Zweite VerhandlungsrundeSpannungen überschatten Atomgespräche zwischen Iran und USA

Washington und Teheran setzen in Genf ihre Atomgespräche fort. Zuvor haben die USA einen zweiten Flugzeugträger in den Nahen Osten geschickt. US-Präsident Trump zeigt sich zuversichtlich über eine mögliche Einigung, sein Außenminister Rubio hingegen äußert sich zurückhaltend.
US-Präsident Donald Trump hat sich am Montag vor den entscheidenden Atomgesprächen mit dem Iran zuversichtlich über eine mögliche Einigung gezeigt. Er werde indirekt an den Verhandlungen in Genf beteiligt sein, sagte Trump. Er glaube, Teheran wolle eine Einigung erzielen. Die Gespräche werden jedoch von hohen Spannungen überschattet. Die USA haben einen zweiten Flugzeugträger in den Nahen Osten entsandt. US-Vertreter hatten zudem gesagt, das Militär bereite sich auf eine mögliche längere Militäraktion vor, sollten die Gespräche scheitern.
Als Grund für die Verhandlungsbereitschaft Teherans nannte Trump US-Luftangriffe auf iranische Atomanlagen im vergangenen Sommer. "Ich glaube nicht, dass sie die Konsequenzen wollen, die ein Scheitern der Verhandlungen hätte", sagte Trump. Der iranische Außenminister Abbas Araktschi erklärte seinerseits auf der Plattform X, er sei in Genf, um eine faire und gerechte Einigung zu erzielen. Man werde sich Drohungen jedoch nicht beugen.
Die Internationale Atomenergiebehörde fordert den Iran seit Monaten auf, den Verbleib von 440 Kilogramm hochangereichertem Uran zu klären. Zudem verlangt die Behörde die Wiederaufnahme von Inspektionen, auch an den drei im vergangenen Juni bombardierten Standorten Natans, Fordo und Isfahan. Der Iran hat wiederholt damit gedroht, als Vergeltung für einen Angriff die Straße von Hormus zu schließen. Am Montag hielt das Land dort eine Militärübung ab.
Irans Führung steht stark unter Druck
US-Außenminister Marco Rubio äußerte sich bei einem Besuch in Ungarn zurückhaltend. Es werde schwer sein, eine Einigung zu erzielen, sagte er. Man habe es mit radikalen schiitischen Klerikern zu tun, die theologische und nicht geopolitische Entscheidungen träfen. Ein zentraler Streitpunkt bleibt die Forderung Washingtons, dass der Iran auf die Urananreicherung verzichtet. Zudem wollen die USA auch über das iranische Raketenprogramm verhandeln, was Teheran ablehnt.
Seit den Massenprotesten Anfang Januar ist Irans Führung innenpolitisch so stark unter Druck wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Am Wochenende demonstrierten rund eine Million Menschen auf mehreren Kontinenten für Freiheit im Iran. Zu dem Aktionstag aufgerufen hatte Reza Pahlavi, der seit Jahrzehnten im Exil lebende Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien. Die Protestbewegung sieht einen möglichen Deal mit der aktuellen Führung kritisch.
Der neue Dialog zwischen Teheran und Washington erfolgt unter Vermittlung des Omans. Bereits im vergangenen Jahr hatte dessen Außenminister Badr al-Bussaidi bei Gesprächen vermittelt. Die Schweiz wird von der iranischen Regierung ebenfalls als neutraler Vermittler geschätzt.