Sprengstoff für LandebahnenBericht: Dänen waren bereit für Kampf gegen US-Armee auf Grönland

Anfang des Jahres sieht es wegen des provokanten Vorgehens der USA aus, als könnte es einen Krieg um Grönland geben. Trotz der Übermacht der Vereinigten Staaten soll sich die dänische Regierung entschieden haben, dem Militär den Kampfbefehl zu geben.
Dänische Soldaten haben zu den Hochzeiten der Spannungen mit den USA im Januar Sprengstoff zu einer Übung mit nach Grönland genommen. Damit sollten bei einem Angriff unter anderem die Landebahnen der Flughäfen in Nuuk und Kangerlussuaq gesprengt werden, wie der Dänische Rundfunk (DR) berichtet.
Dem Bericht zufolge wurde auch Blut aus dänischen Blutbanken mitgenommen, um mögliche Verwundete zu behandeln. DR beruft sich auf zentrale Quellen in der dänischen Regierung, hochrangige Offiziere sowie führende Beamten und Geheimdienstquellen in Dänemark, Frankreich und Deutschland.
Besonders die Entführung des venezolanischen Staatschefs Nicolas Maduro ließ den Angaben zufolge in Kopenhagen die Alarmglocken schrillen. Denn dadurch sei klar geworden, dass US-Präsident Donald Trump nicht nur die Absicht habe, seine militärische Übermacht einzusetzen, sondern dies auch umsetze.
Soldaten sollten abschrecken
Mit sehr kurzer Vorlaufzeit soll ein Vorauskommando mit dänischen, französischen, deutschen, norwegischen und schwedischen Soldaten nach Nuuk und Kangerlussuaq geflogen sein. Danach sei die Hauptstreitkraft mit Soldaten des Dragonerregiments in Holstebro, Elitesoldaten des Jägerkorps sowie französischen Gebirgsjägern gefolgt, die für den Kampf in kalten, bergigen Regionen ausgebildet sind. Ziel sei es gewesen, in Grönland Soldaten mit möglichst vielen verschiedenen Flaggen auf den Schultern zu haben, so der DR-Bericht. So sollten die USA abgeschreckt werden.
"In einer solchen Situation waren wir seit April 1940 nicht mehr", hieß es von einer Quelle. Im Falle eines US-Angriffs sollten dänische Soldaten scharfe Munition bei sich haben und kämpfen. Dänemarks F-35-Kampfflugzeuge seien voll bewaffnet gewesen. Trotzdem habe sich niemand von den DR-Gesprächspartnern der Illusion hingegeben, einem amerikanischen Angriff standhalten zu können. Man habe die Kosten für die USA erhöhen wollen.
Das Verhältnis zwischen Dänemark und Grönland zu den USA hatte sich um den Jahreswechsel herum deutlich verschlechtert. Trump hatte erklärt, Grönland kaufen zu wollen, und europäischen Staaten mit einem Handelskrieg gedroht, sollten sie sich seinen Plänen widersetzen. Der US-Präsident hatte auch einen Militäreinsatz nicht ausgeschlossen. Die Regierungen in Kopenhagen und Nuuk hatten einen Verkauf aber abgelehnt. Später entspannte sich die Lage etwas, nachdem Trump erklärt hatte, er werde seine Grönland-Ziele auf einem anderen Weg erreichen. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hatte zwischenzeitlich mit dem Ende des westlichen Verteidigungsbündnisses Nato gedroht.