Politik

Tochter eines Frankfurter Imams Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 17-Jährige

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Circa 90 Moscheen werden in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet. (Symbolbild)

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die minderjährige Tochter eines Frankfurter Imams steht im Verdacht, mit dem IS zu sympathisieren. Angeblich plante sie bereits ihre Ausreise nach Syrien. Die Moschee ihres Vaters steht offenbar schon seit Längerem unter Beobachtung des Verfassungsschutzes.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt gegen die 17 Jahre alte Tochter eines Imams wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Das Mädchen soll Kontakte zu IS-Angehörigen gehabt und seine Ausreise nach Syrien geplant haben, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nadja Niesen. Der Imam predigt in der Abu-Hanifa-Moschee des afghanischen Kulturvereins im Stadtteil Bergen-Enkheim. Der Hessische Verfassungsschutz stufte sie bereits als "islamistisch beeinflusst" ein.

"In der Vergangenheit fanden in der Moschee überregional besuchte salafistische Veranstaltungen statt", teilte ein Sprecher des Verfassungsschutzes in Wiesbaden auf Anfrage mit. "In der Gesamtschau kann nicht ausgeschlossen werden, dass salafistische Akteure, die die Moschee als Anlaufstelle genutzt haben, in der Folge eine dschihadistisch motivierte Ausreise nach Syrien oder in den Irak durchgeführt haben."

Laut HR-Info befindet sich in direkter Nähe der Moschee eine Flüchtlingsunterkunft - dort sind auch 14 unbegleitete Minderjährige untergebracht. Mehrere Bewohner besuchten demnach die Freitagsgebete in dem Gotteshaus. Wie der Sender aus Polizeikreisen in Erfahrung gebracht haben will, sollen sie dort auch auf Personen getroffen sein, die "die deutsche Verfassung für sich nicht anerkennen". Auch Syrien-Rückkehrer und IS-Sympathisanten seien unter den Moscheebesuchern.

Handy der Tochter sichergestellt

Ob der Imam Said Khobaib Sadat davon gewusst hat, sei dem Bericht zufolge nicht sicher. Obwohl sich der Prediger klar vom IS distanziere, habe er die Sympathisanten aber - wenn er von deren Besuchen in seiner Moschee wusste - zumindest stillschweigend geduldet. Straffällig machte er sich damit nicht. Anders verhält sich das bei seiner minderjährigen Tochter. Deren Handy soll bei einer Hausdurchsuchung beschlagnahmt worden sein. Die Auswertung der Daten laufe noch, hieß es.

Den Flüchtlingen, die bisher die Abu-Hanifa-Moschee besuchten, soll das zuständige Sozialdezernat mittlerweile alternative Gebetsräume angeboten haben. Auch Aufklärungsgespräche habe es dem Bericht zufolge gegeben.

Quelle: ntv.de, jug/dpa

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