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Verdacht der Untreue Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Strache

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Sollte es zu einer Verurteilung Straches kommen, muss er mit einer Strafe von bis zu drei Jahren rechnen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach dem "Ibiza-Video" rollt der nächste Skandal auf den ehemaligen FPÖ-Chef Strache zu. Die Wiener Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Ex-Vizekanzler. Sie wirft ihm vor, Parteivermögen veruntreut zu haben. Strache nennt die Vorwürfe "schäbige und konstruierte Lügen".

Die Vorwürfe gegen den ehemaligen Vizekanzler und Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache verdichten sich. Die Wiener Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Strache wegen des Verdachts der Untreue. Das teilte die Behörde wenige Tage vor der Parlamentswahl mit. Es gehe darum, dass Strache, seine frühere Büroleiterin und sein ehemaliger Leibwächter bei der Partei unzulässige Rechnungen eingereicht und dadurch das Parteivermögen geschädigt haben sollen.

"Es sind Rechnungen und Scheinbelege eingereicht worden, die die Partei dazu bringen sollten, auch private Ausgaben zu bezahlen", sagte der Behördensprecher Thomas Vecsey. Die Schadenssumme übersteige die Grenze von 5000 Euro, weshalb der Strafrahmen bei bis zu drei Jahren Haft liege, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Strache streitet alle Vorwürfe ab. "Dies sind alles schäbige und konstruierte Lügen eines kriminellen Netzwerkes, welches jahrelang aktiv gegen meine Person tätig war", schrieb er bereits am Mittwoch auf Facebook.

Die FPÖ Wien hat angekündigt, alle Rechnungen seit 2013 genau zu überprüfen. Parteichef Norbert Hofer hatte angesichts der Spekulationen um ein Spesenkonto von Strache erklärt, dass die FPÖ alle Vorwürfe bis ins kleinste Detail untersuchen werde. Die seit Tagen in diversen österreichischen Medien verbreiteten Vorwürfe überschatten für die FPÖ die Endphase des Wahlkampfs.

Am Sonntag wählen die Österreicher ein neues Parlament. Auslöser der vorzeitigen Wahl war das "Ibiza-Video", in dem Strache einer angeblichen russischen Oligarchen-Nichte Staatsaufträge im Gegenzug für Parteispenden in Aussicht zu stellen scheint. An der Affäre war die ÖVP-FPÖ-Koalition im Mai zerbrochen.

Quelle: n-tv.de, ibu/dpa

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