Politik

Frankreichs Front gegen Le Pen Staatschef Hollande wirbt für Macron

RTSFKR6.jpg

Emmanuel Macron war unter François Hollande von 2014 bis 2016 Wirtschaftsminister.

(Foto: REUTERS)

Mit einer historischen Schlappe gehen die etablierten Parteien aus der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen hervor. Nun wollen sie vor allem eines: Le Pen noch verhindern. Nach den Konservativen spricht sich nun auch Sozialist François Hollande für Macron aus.

Frankreichs scheidender Staatschef François Hollande hat die Franzosen aufgefordert, in der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen für den parteilosen Kandidaten Emmanuel Macron zu stimmen. Ein Sieg der Rechtspopulistin Marine Le Pen bei der Stichwahl wäre ein "Risiko" für das Land, sagte Hollande in Paris. Als Präsidentin würde die EU-Gegnerin Frankreich "isolieren" und die Verbindungen zu Europa "abbrechen". Er werde deswegen für seinen früheren Wirtschaftsminister Macron stimmen.

Nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahl wollen die unterlegenen Sozialisten und Konservativen unter allen Umständen die Rechtspopulistin Marine Le Pen stoppen. Dazu stärken sie dem Favoriten Macron den Rücken. "Wir wollen, dass die Republik triumphiert", sagte Sozialisten-Chef Jean-Christophe Cambadélis in Paris.

Die Konservativen wollten Macron zwar nicht direkt empfehlen. Stattdessen erklärte die aber Parteispitze, die bürgerlichen Wähler sollten wählen gehen, um Le Pen eine Niederlage zu bescheren. Ihr Kandidat François Fillon hatte zuvor angekündigt, für Macron zu stimmen. "Die Enthaltung entspricht nicht meinen Genen, vor allem wenn eine extremistische Partei sich der Macht nähert", so Fillon.

Macron braucht eine Mehrheit

Nach der schweren Schlappe für Fillon, der nur auf Platz drei landete, wollen sich die Konservativen rasch für die wichtigen Parlamentswahlen im Juni neu aufstellen. Diese Wahlen sind auch für Macron und seine Bewegung "En Marche!" - zu Deutsch "Vorwärts!" - extrem wichtig. Ohne eine Mehrheit im Parlament wäre ein Präsident Macron von den anderen Parteien abhängig. Bisher ist "En Marche!" nicht im Parlament vertreten.

Die Stichwahl am 7. Mai gilt als historische Richtungsentscheidung für Europa. Der sozialliberale Macron will die Zusammenarbeit in der Europäischen Union stärken, Le Pen will aus dem Euro und der EU aussteigen.

Quelle: n-tv.de, jug/AFP/dpa

Mehr zum Thema