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Annehmlichkeiten für DDR-Kader Stasi plünderte Hunderttausende Westpakete

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Viele Westpakete nahmen zu DDR-Zeiten einen Umweg durch die Hände der Stasi.

(Foto: imago stock&people)

Die Freude war stets groß, wenn DDR-Bürger ein Westpaket erhielten. Doch bei vielen kamen die begehrten Sendungen gar nicht an. Der letzte Postminister schildert, wie die Stasi systematisch das Postgeheimnis unterlief und dem Staat so Millionen beschaffte.

Die DDR-Staatssicherheit hat seit Anfang der 70er Jahre offenbar systematisch Westpakete geplündert. Was aus den Paketen irgendwie gebraucht wurde, wurde entweder zur Devisenbeschaffung verwendet - "oder es fand sich in der Waldsiedlung bei den Politbonzen in Wandlitz wieder", sagte der letzte DDR-Postminister Hans-Jürgen Niehof dem MDR-Magazin "Umschau".

Laut Dokumenten aus der Stasi-Unterlagenbehörde (BStU) waren es mehrere hunderttausend Pakete pro Jahr, aus denen sich der Staat bediente. Aufzeichnungen der Staatssicherheit belegen, dass der Geheimdienst allein in den letzten vier Jahren der DDR 32 Millionen Mark Bargeld und Waren im Wert von zehn Millionen DDR-Mark aus den Paketen entnahm.

Niehof zufolge konnten mittlere und höhere Führungskräfte der SED die Waren aus den Paketen im Kurs von eins zu eins kaufen. Dafür gab es bestimmte Geschäfte und ein geheimes Zentrallager der Staatssicherheit in Freienbrink. In dem Ort bei Berlin fand auch die Paketkontrolle statt.

Ausnahmen zum Wohl des Staates

Bereits ab 1967 wurden Niehof zufolge viele Westpakete durchleuchtet und deren Inhalte einkassiert, allerdings noch nicht systematisch. Zwar garantierte die DDR-Verfassung das Postgeheimnis, doch es gab Ausnahmen. "Wenn es die Sicherheit des sozialistischen Staats erforderte, durften auch Sendungen kontrolliert werden", sagte Niehof. Unter dem Vorwand, die DDR vor Staatsfeinden und Hetze aus dem Westen zu schützen, habe die Stasi dann die Ausnahmen zur Regel gemacht.

Niehof war nach der Volkskammerwahl im März 1990 stellvertretender Postminister. Nach dem Rücktritt seines Vorgesetzten im August 1990 wurde er zum geschäftsführenden Minister ernannt und blieb bis zum Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 im Amt.

Quelle: n-tv.de, cri/AFP

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