Politik

RTL/ntv Trendbarometer Steigende Coronazahlen schaden Merkel nicht

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Genießt weiterhin das Vertrauen ihrer Wähler: Bundeskanzlerin Angela Merkel.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Virus ist zurück, und die Politik wird sich in naher Zukunft wohl mit weiteren Beschränkungen unbeliebt machen müssen. Bisher bröckelt das Vertrauen in die Kanzlerin jedoch nicht. Vor allem die kleinen Oppositionsparteien können in der anziehenden Krise kaum punkten.

Der Corona-Herbst ist da und er wird für viele wohl unangenehme Einschränkungen mit sich bringen, das wurde in dieser Woche schon mal deutlich. Die gute Nachricht für Kanzlerin Angela Merkel ist: Das Vertrauen in die Arbeit der Bundesregierung ist ungebrochen, das zeigt das neueste RTL/ntv Trendbarometer. Demnach würde eine Mehrheit der Bundesdeutschen, 51 Prozent, derzeit eine der drei Regierungsparteien wählen. Konkret bekämen CDU und CSU 36 Prozent der Stimmen, 15 Prozent der Wählerinnen und Wähler würden sich für die SPD entscheiden, ebenso wie in der Vorwoche.

Auch die Grünen als mit Abstand stärkste Oppositionspartei können ihre Position festigen: Sie würden auch in dieser Woche wieder bei 20 Prozent landen, demselben Ergebnis wie im Trendbarometer vom vergangenen Samstag. Die AfD landet mit neun Prozent ebenfalls bei ihrem Vorwochen-Ergebnis, die Linke steigert sich um einen Prozentpunkt auf acht Prozent. Das Schlusslicht FDP rutscht von vormals sechs Prozent wieder auf die wacklige Fünfer-Marke und wäre damit bei einer Bundestagswahl akut gefährdet, aus dem Parlament zu fliegen. Diese Erfahrung mussten die Liberalen 2013 schon einmal machen.

Zwischen Grünen und SPD müsste und könnte sich die Union wohl entscheiden, um eine neue Regierung zu bilden, wenn an diesem Sonntag gewählt würde. Dabei scheint es weder CDU und CSU noch den Grünen zu schaden, dass sie sich die Entscheidung über die Kanzlerkandidatur weiterhin aufheben. Nur die SPD hat sich mit Olaf Scholz schon früh festgelegt, was den Sozialdemokraten auch mittelfristig keinen Schub nach vorn gebracht hat. Nach Lage der Dinge werden die einzigen, die schon einen Kanzlerkandidaten haben, definitiv keinen brauchen.

Kein Foto mit dem Bewerber-Trio

Die Union lässt sich in der Frage Zeit bis Anfang 2021. Zuvor soll beim Parteitag im Dezember der neue CDU-Chef bestimmt werden. Bis dahin findet der interne Wettbewerb um die Parteispitze zwischen NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, dem CDU-Außenexperten Norbert Röttgen und Friedrich Merz, der derzeit weder Amt noch Mandat innehat, nahezu unbemerkt statt.

Beim NRW-Tag der Jungen Union in Köln hielt am vergangenen Wochenende jeder der drei eine Rede, es sollte aber, wie Laschet betonte, kein "Schaulaufen" der Konkurrenten sein. Drumherum vermieden sie sorgsam, sich so nahe zu kommen, dass man das Bewerber-Trio zumindest mal auf ein gemeinsames Foto hätte bannen können. Deutlich beliebter als die erklärten Anwärter auch auf eine Kanzlerkandidatur ist ohnehin Bayerns Regierungschef Markus Söder. Der aber betont noch immer, sein Platz sei in München.

Die Grünen lassen die Entscheidung über Kanzlerkandidat oder -kandidatin bislang völlig offen. Sie soll aber wohl den beiden Vorsitzenden überlassen werden. Immerhin kam Co-Parteichef Robert Habeck in der vergangenen Woche erstmals aus der Deckung und erklärte zumindest, er traue sich die Kanzlerschaft zu. Laut Habeck ist es nötig, sich selbst zu überprüfen, "ob man glaubt, man hat das moralische Rüstzeug und innere Ruhe, man hat einen Plan, was man will". Diese Prüfung würde er für sich bestehen, sagte Habeck im ARD-Interview.

20 Prozent der Deutschen würden ihm da offenbar zustimmen, zumindest sähen diese ihn laut Trendbarometer gern im Kanzleramt, wenn sie ansonsten Olaf Scholz oder Markus Söder zur Auswahl hätten. Damit arbeitet sich Habeck langsam wieder nach oben aus der sommerlichen Talsohle von 17 Prozent. Für CSU-Chef Söder geht es leicht abwärts auf 35 Prozent, Olaf Scholz kann mit 15 Prozent einen Punkt gut machen. 30 Prozent der Befragten würden sich für keinen der drei entscheiden wollen.

*Datenschutz

Die Gruppe der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt bezogen auf die Bundesparteien bei 21 Prozent, deutlich unter den 23,8 Prozent, die 2017 bei der Bundestagswahl keine Stimme abgaben. Hier sind die Wahlberechtigten aus dem Osten Deutschlands überproportional häufig vertreten. 16 Prozent aller Wahlberechtigten wohnen dort, in der Gruppe der Nichtwähler machen sie 24 Prozent aus. Sie sind pessimistischer als diejenigen, die ihre Stimme abgeben wollen - über zwei Drittel rechnen damit, dass sich die wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland verschlechtern werden. Die Nichtwähler verorten sich selbst mehrheitlich in der politischen Mitte, weder am linken noch am rechten Rand des Spektrums.

Quelle: ntv.de, fni