Politik

Neue Video-Schnipsel aufgetaucht Strache streut Gerüchte über Kurz

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FPÖ-Politiker Strache (r.) verbreitet in dem Video Gerüchte über Kanzler Kurz.

(Foto: REUTERS)

Von seinen Ämtern in Regierung und Partei tritt Heinz-Christian Strache zurück. Bei der Pressekonferenz entschuldigt er sich auch explizit dafür, Gerüchte gestreut zu haben. Worum es dabei ging, könnten neue Ausschnitte aus dem Ibiza-Video erklären.

Auf Twitter ist ein weiterer Ausschnitt aus dem mehrstündigen Video aufgetaucht, das den ehemaligen österreichischen Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zu Fall gebracht hat. Darin ist mutmaßlich Strache zu hören, wie er Gerüchte über andere Politiker verbreitet.

Strache äußert sich unter anderem über den ehemaligen österreichischen Bundeskanzler Christian Kern von der SPÖ, der von 2016 bis 2017 im Amt war. Es geht aber auch um Sebastian Kurz, den Kanzler der derzeitigen Koalition aus ÖVP und FPÖ.

Die neuen Ausschnitte aus dem Video könnten erklären, warum sich Strache während seiner Pressekonferenz heute Mittag explizit dafür entschuldigte, mit unbedachten Äußerungen Leute gekränkt und beleidigt zu haben. An jenem Abend sei er unreflektiert gewesen und habe mit "lockerer Zunge" gesprochen, sagte Strache auf der Pk, auf der er seinen Rücktritt verkündete. "Nüchtern gesehen" seien die Äußerungen "ausgesprochen peinlich".

Der ehemalige FPÖ-Chef räumte zudem ein, über Kanzler Kurz "unüberprüfte schmutzige Gerüchte" verbreitet zu haben. Zunächst war unklar, was er damit meine. Die neuen Videoausschnitte könnten die Aussagen erklären.

Das Video, das in Österreich ein politisches Beben ausgelöst hat, wurde offenbar 2017 heimlich auf Ibiza aufgenommen. Strache verspricht darin der angeblichen Nichte eines mutmaßlichen russischen Oligarchen öffentliche Aufträge, wenn sie im Gegenzug über einen Verein verdeckte Geldzahlungen an die FPÖ leistet. Straches Äußerungen legen den Verdacht der Käuflichkeit nahe.

Die ÖVP-FPÖ-Koalition in Wien stürzte durch die Veröffentlichung des Videos in eine tiefe Krise. Nach dem Rücktritt Straches von allen Ämtern ist unklar, wie es nun weitergeht. Unbestätigten Medienberichten zufolge stellt sich Wien auf Neuwahlen ein.

Quelle: n-tv.de, mli

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