Politik

Veruntreuung von Parteigeldern Straches Ex-Leibwächter festgenommen

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Hat Heinz-Christian Strache bei den Spesenabrechnungen für die FPÖ getrickst?

(Foto: picture alliance/dpa)

Für die FPÖ kommen die Vorwürfe vor der Parlamentswahl zu einem schlechten Zeitpunkt: Bei den Spesenabrechnungen mehrerer Parteimitglieder soll es Unregelmäßigkeiten geben. Die Spur führt zum ehemaligen Leibwächter von Ex-Parteichef Strache - und zurück nach Ibiza.

Wenige Tage vor der Parlamentswahl in Österreich ist Berichten zufolge der frühere Leibwächter von Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache festgenommen worden. Der ehemalige Vertraute des über den "Ibiza"-Skandal gestürzten Parteivorsitzenden sei nach einer Hausdurchsuchung in Gewahrsam genommen worden, meldeten übereinstimmend mehrere österreichische Zeitungen. Die Wiener Staatsanwaltschaft erklärte, es sei ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Veruntreuung von Parteigeldern eingeleitet worden.

Der Leibwächter werde verdächtigt, beim Aufbau eines Systems falscher Spesenabrechnungen mitgewirkt zu haben, von dem Strache profitiert habe. Die FPÖ bestätigte, dass sie interne Ermittlungen zu den Vorwürfen eingeleitet habe. Zudem habe sie den Leibwächter aus der Partei ausgeschlossen.

Den Berichten zufolge steht der Fall auch im Zusammenhang mit den Ermittlungen zu der "Ibiza"-Affäre. Straches Ex-Leibwächter soll laut dem "Standard" die Hintermänner des heimlich gedrehten Videos kennen, das den damaligen Vizekanzler und FPÖ-Chef Ende Mai zum Rücktritt zwang und die Regierung von Bundeskanzler Sebastian Kurz zu Fall brachte.

Norbert Hofer, Nachfolger von Strache als FPÖ-Chef, bezeichnete die Enthüllungen über die angeblich falsch abgerechneten Spesen auf Facebook als "Angriff auf unsere Demokratie". Hinter den Vorwürfen stecke "dasselbe kriminelle Netzwerk, das auch das Ibiza-Video produzieren hat lassen".

Die FPÖ fürchtet Auswirkungen der neuen Ermittlungen auf die Parlamentswahl am kommenden Sonntag. Laut Umfragen könnte die rechtspopulistische Partei rund 20 Prozent der Stimmen erhalten. Kurz' ÖVP werden mehr als 30 Prozent vorhergesagt. Der 33-jährige ÖVP-Chef hat eine erneute Koalition mit der FPÖ nicht ausgeschlossen.

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Quelle: n-tv.de, hny/AFP

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