Politik

London sendet Marine nach Jersey Streit um Fischfangrechte eskaliert

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Französische Fischer sind sauer auf die Verantwortlichen auf der Insel Jersey. Ihnen soll kein vollständiger Zugang zu Fanggründen gewährt werden.

(Foto: picture alliance / abaca)

Die Verhandlungen zwischen EU und der Kanalinsel Jersey über den Fischfang waren zäh, drohten zeitweise zu scheitern. Am Ende gab es eine Einigung. Doch davon scheint Jersey aktuell nicht mehr viel wissen zu wollen. Frankreich will das nicht auf sich sitzen lassen.

Im Streit zwischen Frankreich und der Kanalinsel Jersey wegen des Fischfangs ist kein Ende in Sicht. Der Brexit hatte eine Neuverhandlung der Fischereirechte notwendig gemacht. Es wurde hart gerungen, zeitweise schien ein Deal zu scheitern. Am Ende einigten sich die EU und Jersey im Dezember 2020. Im geschlossenen Vertrag wurden unter anderem die Gesamtfangmengen und deren Verteilung, aber auch der uneingeschränkte Zugang zu Fanggründen geregelt. Es wurde eine Übergangszeit von fünfeinhalb Jahren vereinbart.

Nach dem Inkrafttreten waren französische Fischer zunächst über die langsame Erteilung der Lizenzen erbost. Mittlerweile sind 41 Fischereilizenzen vergeben. Allerdings habe die Kanalinsel einseitig darin festgelegt, wie lange französische Schiffe sich in den Gewässern aufhalten dürften, kritisiert Ministerin Annick Girardin, die unter anderem für Frankreichs Meerespolitik verantwortlich ist. Sie informierte als Reaktion darauf die EU-Kommission, dass der Brexit-Vertrag in diesem Punkt nicht eingehalten würde.

Girardin beließ es nicht bei ihrer Kritik, sondern drohte ganz offen, Jersey als Vergeltung den Strom abzudrehen. Die Kanalinsel liegt nur rund 25 Kilometer vor der französischen Küste und bezieht ihren Strom nach Angaben des Branchendienstes S&P Global Platts zu 95 Prozent über Unterseekabel aus Frankreich. Der für auswärtige Angelegenheiten zuständige Senator Ian Gorst sagte der BBC: "Es erscheint unverhältnismäßig, den Strom abzuschalten, nur weil zusätzliche Angaben gemacht werden müssen, damit wir die Lizenzen erteilen können." Und er ergänzte: "Dies ist nicht die erste Drohung der Franzosen gegen Jersey oder das Vereinigte Königreich, seit der neue Deal in Kraft ist." Der Streit könne doch freundschaftlich beigelegt werden.

In London betonte ein Sprecher des britischen Agrarministeriums zunächst noch, Jersey sei für seine territorialen Gewässer selbst verantwortlich. Nach einem Gespräch zwischen Premierminister Boris Johnson und John Le Fondre, dem Ministerpräsidenten von Jersey, über die angespannte Situation, entsandte das Vereinigte Königreich am Abend zwei Patrouillenboote zur Kanalinsel. Es wurde jedoch betont, dass dies lediglich eine Vorsichtsmaßnahme sei und die Besatzung die Vorgänge vor Ort beobachten solle.

Quelle: ntv.de, als/dpa/rts

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