Politik

Bei bis zu minus 17 GradStrom, Heizung und Wasser bleiben in Kiew vorerst abgeschaltet

10.01.2026, 15:23 Uhr
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Bürgermeister Vitali Klitschko sprach von den schlimmsten Schäden an der Infrastruktur in den fast vier Jahren Krieg. (Foto: picture alliance/dpa/PA Wire)

Nach dem jüngsten russischen Angriff wird in Kiew die Strom- und Wasserversorgung eingestellt. Wie lange die Reparaturarbeiten andauern werden, ist unklar. Hunderttausende Menschen müssen bei eisigen Temperaturen ausharren. Bürgermeister Klitschko animiert die Bewohner zum Verlassen der Stadt.

Das Stromnetz in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist der Stadtverwaltung zufolge für Reparaturarbeiten abgeschaltet worden. Daher seien Wasser- und Wärmeversorgung sowie der elektrisch betriebene öffentliche Nahverkehr ebenfalls ausgefallen, heißt es auf Telegram. Wie lange die Reparaturarbeiten andauerten, ist unklar.

Nach dem jüngsten russischen Angriff am Freitag war die Hälfte der Wohnblocks in Kiew ohne Heizung. Bei bis zu minus 17 Grad wird die Lage in der ukrainischen Hauptstadt und anderen ukrainischen Städten damit noch schwieriger. Russland wolle mit schweren Luftangriffen mitten im Winter die großen Städte unbewohnbar machen, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner Videobotschaft.

"Die Russen nutzen das Wetter - die Kältewelle - und versuchen, so viele unserer Energieanlagen wie möglich zu treffen." Zuletzt sei die Hauptstadt beschossen worden, davor Dnipro, Saporischschja und Krywyj Rih, wiederum davor Odessa. "Die Haupttaktik Russlands besteht darin, zu versuchen, Städte vollständig auszuschalten." Der Präsident verlangte von allen Stadtverwaltungen, vorbereitet zu sein und die Bürger zu schützen.

Bürgermeister Klitschko empfiehlt Verlassen von Kiew

Bürgermeister Vitali Klitschko sprach von den schlimmsten Schäden an der Infrastruktur in den fast vier Jahren Krieg. Er riet den Bürgern, die Stadt vorübergehend zu verlassen, wenn sich anderswo ein warmer Platz und Strom finden lasse.

Nach Angaben des Energieministeriums waren nach einem Luftangriff in der Nacht zu Freitag zunächst etwa 500.000 Haushalte und andere Verbrauchsstellen in und um Kiew ohne Strom. "Was Kiew betrifft, ist die Lage dort am schwierigsten", sagte Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko. Es sei bis Freitagabend aber gelungen, einen Teil der Hauptstadt, das Umland sowie Krywyj Rih wieder mit Strom zu versorgen.

Notfallpunkte mit Wärme, Wasser, Strom

Krankenhäuser in Kiew werden nach Angaben der Stadtverwaltungen mit mobilen Heizkesseln mit Wärme versorgt. Außerdem gebe es verteilt über die Stadt 1200 Anlaufstellen, an denen man sich aufwärmen, Wasser holen und Handys aufladen könne.

Am späten Freitagabend war in Kiew und anderen Teilen der Ukraine erneut Alarm ausgelöst worden wegen russischer Kampfdrohnen in der Luft. Die Flugabwehr sei im Einsatz, teilte Klitschko mit. Der Angriff schien zunächst aber weniger intensiv zu sein als in der Nacht zuvor.

Ihrerseits hatte die ukrainische Armee in der Nacht auf Freitag bei einem Angriff ein Kraftwerk im russischen Belgorod beschossen. Dessen Ausfall bewirkte nach Behördenangaben, dass etwa eine halbe Million Menschen keinen Strom hatte.

Quelle: ntv.de, lno/dpa/rts

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