Politik

Festnahme bei WeisweilerStromnetz-Saboteur hat bei Festnahme Sprengmittel im Gepäck

08.09.2026, 12:22 Uhr
00:00 / 00:58
617730355
Nach der Entdeckung neuer Sabotagevorrichtungen um das Kraftwerk Weisweiler waren viele Polizeikräfte vor Ort. (Foto: picture alliance/dpa)

Nach tagelanger Fahndung können die Ermittler den Mann fassen, der hinter den Sabotageakten auf das deutsche Stromnetz stecken soll. Daniel V. soll einem Bericht zufolge bei einer Verkehrskontrolle bei Weisweiler festgenommen worden sein - ganz in der Nähe des letzten Tatorts.

Nach der Serie von Sabotage-Angriffen auf das deutsche Stromnetz hat die Polizei den 48-jährigen Tatverdächtigen festgenommen. Medienberichten zufolge fiel der Mann der Polizei in der Nähe des Kraftwerks Weisweiler bei Aachen auf.  Wie die Polizei Köln mitteilte, hatte der Mann bei seiner Festnahme Sprengmittel bei sich. "Die Gegenstände werden derzeit durch einen Entschärfer des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen begutachtet", hieß es. Außerdem hätten Einsatzkräfte im Unterholz ein Zelt gefunden, das mit weiteren Sprengladungen versehen gewesen sei.

Der 48-Jährige habe bei seiner Festnahme in der Nähe des Kraftwerks Weisweiler bei Aachen keinen Widerstand geleistet. "Beamtinnen und Beamte sichern momentan Spuren und Beweismittel vor Ort und prüfen, ob im Umfeld noch weitere, bislang unentdeckte Abschussvorrichtungen aufgestellt worden sind", schrieb die Polizei.

Die Behörden hatten seit Tagen nach dem 48-jährigen Daniel V. aus Gevelsberg im südlichen Ruhrgebiet gefahndet. Er soll an mehreren Orten in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen versucht haben, mit selbst gebauten Raketen einen dünnen Draht über Hochspannungsleitungen zu schießen und dadurch einen Kurzschluss auszulösen.

Zuletzt waren am Montag erneut mehrere Abschussvorrichtungen an einer Hochspannungsleitung in der Nähe des Kraftwerks Weisweiler entdeckt worden – also ganz in der Nähe der Stelle, an der die Polizei den Mann nun festnehmen konnte. Außerdem fanden die Ermittler dort einen weiteren Bekennerbrief.

Bekennerschreiben: Kampf gegen fossile Energie

In mindestens zwei Fällen ging der Plan des Täters offensichtlich auf. In Bergheim westlich von Köln waren durch einen Kurzschluss mehrere Blöcke eines Kraftwerks für einige Tage lahmgelegt worden. In Brandenburg hatte es am Umspannwerk Turnow-Preilack nahe dem Kraftwerk Jänschwalde zwei Kurzschlüsse gegeben. Mehr als 20 selbst gebaute Raketen sollen dort leitfähiges Material auf die Hochspannungsleitungen geschossen haben. Einen Stromausfall gab es bei den beiden Taten nicht. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hatte zuletzt gesagt, es handele sich offensichtlich um "Klimaterrorismus" eines Einzeltäters.

Zu der Sabotage-Serie gibt es Bekennerbriefe, die die Ermittlungsbehörden für authentisch halten und dem 48-Jährigen zuordnen. Darin hatte der Mann die Angriffe auf das Stromnetz mit dem Kampf gegen fossile Energien begründet. "Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ist ein Verbrechen", heißt es in den Briefen. In allen drei betroffenen Bundesländern wird noch Braunkohle abgebaut und verstromt.

Quelle: ntv.de, jog/dpa

StromnetzeNordrhein-WestfalenTerrorismus