Politik

Stunden nach seiner FreilassungVenezolanischer Oppositioneller von bewaffneten Männern verschleppt

09.02.2026, 06:36 Uhr
00:00 / 02:45
January-9-2025-Caracas-Miranda-Venezuela-The-politician-Juan-Pablo-Guanipa-and-opposition-leader-Maria-Corina-Machado-appear-at-the-opposition-rally-called-by-her-in-the-streets-of-Caracas-Government-and-opposition-marches-and-rallies-prior-to-the-presidential-inauguration-on-January-10-2025
Juan Pablo Guanipa zusammen mit Maria Corina Machado kurz nach seiner Entlassung auf den Straßen von Caracas. (Foto: IMAGO/ZUMA Press Wire)

Unter der Maduro-Regierung wird der venezolanische Oppositionelle Guanipa wegen mehrerer mutmaßlicher Vergehen angeklagt und muss untertauchen. Er landet letztlich dennoch im Gefängnis und kommt nun frei - nur um Stunden später wieder verschleppt zu werden.

Kurze Zeit nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis ist der venezolanische Oppositionelle Juan Pablo Guanipa nach Angaben der venezolanischen Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado von "schwer bewaffneten Männern" verschleppt worden. Die Männer in Zivilkleidung hätten Guanipa "gewaltsam" mitgenommen, erklärte Machado auf X. "Wir fordern seine sofortige Freilassung", fügte sie hinzu.

Der ehemalige Abgeordnete und Vizepräsident der Nationalversammlung in Caracas war erst Stunden zuvor zusammen mit dem Rechtsberater Perkins Rocha nach eineinhalb Jahren Haft entlassen worden. Guanipa hatte noch auf X seine Entlassungspapiere gepostet und betont, es gebe "viel zu sagen über die Gegenwart und Zukunft Venezuelas, wobei die Wahrheit immer im Vordergrund stehen muss".

Guanipa war zuletzt im Januar 2025 in der Öffentlichkeit aufgetreten, als er Machado zu einer Protestkundgebung gegen die Ernennung des linksnationalistischen Präsidenten Nicolás Maduro für eine dritte Amtszeit begleitete. Danach tauchte er unter. Im Mai 2025 wurde Guanipa wegen des Vorwurfs des Wahlbetrugs festgenommen und wegen "Terrorismus, Geldwäsche und Anstiftung zu Gewalt und Hass" angeklagt.

Unter dem Druck der USA hatte Venezuelas Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez im vergangenen Monat die Entlassung politischer Gefangener verkündet. In der vergangenen Woche gab sie dann eine Massenamnestie für Häftlinge bekannt, die wegen "politischer Gewalt" einsitzen. Das Gesetz solle "den gesamten Zeitraum politischer Gewalt von 1999 bis heute" umfassen und am Dienstag in Kraft treten. In dem südamerikanischen Land sitzen der Nichtregierungsorganisation Foro Penal zufolge noch über 700 politische Gefangene im Gefängnis. Nach der Gefangennahme und Entführung Maduros in die USA übernahm Rodríguez vorerst das Präsidentenamt. Maduro sitzt in New York in Haft, wo ihm wegen "Drogenterrorismus" der Prozess gemacht werden soll.

Quelle: ntv.de, mba/AFP

OppositionKriminalitätVenezuelaNicolás Maduro