Politik

Nach gescheitertem Hanoi-Gipfel Südkorea strebt neue Gespräche mit Kim an

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Südkoreas Präsident Moon (l.) und Kim Jong Un sahen sich zuletzt im vergangenen September.

(Foto: picture alliance/dpa)

Um die atomare Abrüstung auf der Halbinsel voranzutreiben, strebt Südkoreas Präsident Moon ein erneutes Gipfeltreffen mit dem nordkoreanischen Machthaber an. Doch der Vorstoß stößt bei Kim auf Skepsis.

Südkoreas Präsident Moon Jae In will den Dialog mit dem abgeschotteten Nachbarn Nordkorea mit einem neuen Gipfeltreffen vorantreiben. Sechs Wochen nach den gescheiterten Verhandlungen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un über eine Abrüstung der Atomwaffen Nordkoreas sagte Moon, es sei an der Zeit, "die Vorbereitungen für einen innerkoreanischen Gipfel zu starten". Auf die Kritik Kims an der Vermittlerrolle Südkoreas zwischen Washington und Pjöngjang ging Moon nicht ein.

"Sobald Nordkorea bereit ist, hoffe ich, dass beide Koreas sich an jedem beliebigen Ort und in welcher Form auch immer zusammensetzen", sagte Moon seinem Büro zufolge. Ziel sei es, weitere Fortschritte zu erzielen, über die beiden Gipfel zwischen Trump und Kim hinaus.

Es wäre das vierte Gipfeltreffen zwischen Moon und Kim, die sich im vergangenen Jahr dreimal getroffen haben. Bei ihrem ersten Gipfel im April im Grenzort Panmunjom erklärten sie sich dazu bereit, die koreanische Halbinsel atomwaffenfrei zu machen und auf eine neue Friedensordnung hinzuarbeiten. Doch machte Pjöngjang bislang keine konkreten Zusagen, bis wann es die Atomwaffen abrüsten will.

Trump hatte Kim erstmals im Vorjahr in Singapur getroffen. Ein zweiter Gipfel folgte Ende Februar in Hanoi, doch wurde das Treffen dort vorzeitig abgebrochen, da beide Seiten sich nicht über die atomare Abrüstung Nordkoreas einigen konnten. Moon würdigte Kims grundsätzliche Bereitschaft zu einem weiteren Treffen mit Trump. Kim hatte in einer Rede vor dem nordkoreanischen Parlament am Freitag jedoch zugleich die Bedingung gestellt, die USA müssten einen annehmbaren Lösungsvorschlag vorlegen. Südkorea warf er vor, als "übereifriger Vermittler" aufzutreten.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa

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