Politik

Todesstrafe für schwule Männer Sultan von Brunei lässt sich nicht beirren

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Sultan Hassanal Bolkiah führt seit 2014 Stück für Stück die Scharia ein.

(Foto: imago images / Xinhua)

Jetzt ist es amtlich: Homosexuelle Männer müssen im Sultanat Brunei befürchten, für ihre sexuelle Orientierung mit dem Tode bestraft zu werden. Die Kritik internationaler Organisationen konnte den autoritär regierenden Monarchen Bolkiah nicht mehr umstimmen.

Trotz internationaler Kritik sind im Sultanat Brunei härtere Strafgesetze in Kraft getreten. Homosexuellen Männern droht in dem südostasiatischen Staat künftig die Todesstrafe. Wer gleichgeschlechtlichen Sex hat, muss damit rechnen, zu Tode gesteinigt zu werden. Lesbische Frauen kann eine Höchststrafe von 40 Stockhieben oder zehn Jahren Gefängnis ereilen. Die neuen Gesetze umfassen unter anderem die Amputation von Händen und Füßen für Diebe. Vergewaltigung und Raub sind danach ebenso mit dem Tod zu bestrafen wie die Lästerung des Propheten Mohammed.

Grundlage dafür ist die Scharia, die im weiten Sinne die religiösen und rechtlichen Normen im Islam regelt. In dem Sultanat auf der Insel Borneo sind zwei Drittel der mehr als 420.000 Einwohner muslimischen Glaubens. Seit einiger Zeit sind dort konservative islamische Kräfte auf dem Vormarsch. Der autoritär regierende Sultan Hassanal Bolkiah - mit einem Vermögen von vielen Milliarden Euro einer der reichsten Monarchen der Welt - hatte 2014 damit begonnen, die Scharia einzuführen.

Gegen die neuen Gesetze gibt es international zahlreiche Proteste. Die Vereinten Nationen forderten das Mitgliedsland auf, auf solch "drakonische Strafen" zu verzichten. Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler, erklärte: "Diese Strafen sind mit der Menschenwürde nicht vereinbar und können mit religiösen Gründen nicht gerechtfertigt werden." Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch nannte die Regelungen "zutiefst barbarisch".

Auswärtiges Amt rät zu Vorsicht

Schwule und Lesben werden in der ehemaligen britischen Kolonie seit Langem unterdrückt. Bislang standen auf homosexuelle Beziehungen bis zu zehn Jahre Haft. Künftig kann gleichgeschlechtlicher Sex mit öffentlichen Züchtigungen durch den Stock bestraft werden - oder auch, wenn das Gericht der Meinung ist, besonders hart urteilen zu müssen, mit der Todesstrafe. Experten halten es aber für wenig wahrscheinlich, dass es tatsächlich Hinrichtungen geben wird.

Das Auswärtige Amt riet Reisenden in Brunei angesichts der Strafrechtsverschärfungen zu besonderer Vorsicht. Besuchern werde ausdrücklich empfohlen, "sich mit den landesspezifischen Gesetzen vertraut zu machen".

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/AFP

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