Politik

Nach negativem Corona-Test Syrer danken Merkel mit Graffiti-Porträt

8dc0c8cd958e03a1e3f83762c6d04c21.jpg

Mit Graffitis drücken die Menschen in Idlib ihre Gefühle aus - sie sind inzwischen eine beliebte Kunstform.

(Foto: dpa)

Der negative Corona-Test von Angela Merkel freut nicht nur die Kanzlerin selbst, sondern auch die Menschen in Syrien - dort genießt Merkel große Sympathien. In den Trümmern eines von Luftangriffen zerstörten Hauses in Idlib erschaffen sie ein Merkel-Graffiti.

Unter Syrern genießt Bundeskanzlerin Angela Merkel große Sympathien. Nach ihrem negativen Corona-Test haben ihr zwei Graffiti-Künstler aus der Rebellenprovinz Idlib im Nordwesten des Bürgerkriegslandes nun in besonderer Form ihren Dank gezeigt: mit einem überlebensgroßen Porträt der Kanzlerin. Dazu ein Herz in Rot und der Text: "Frau Merkel, Ihr Wohlergehen freute uns in Idlib." Bilder davon machen seit Tagen in den sozialen Medien die Runde. 

5900344face83d2c7801626799881286.jpg

Das Gebäude wurde bei einem Luftangriff zerstört. Reste einer Rakete, aber auch Bücher und zerstörtes Spielzeug liegen dort herum.

(Foto: dpa)

Einer der Urheber des Graffitis ist der Syrer Asis al-Asmar - er male seit langem über alle möglichen Themen, erzählt er, vor allem wenn es um Gerechtigkeit und Menschlichkeit gehe. "Jetzt haben wir Merkel gezeichnet, die viele Flüchtlinge aufgenommen hat, nicht nur Syrer, und sie so gut behandelt hat, als wären sie Einheimische", sagt der 48-Jährige. "Als nach dem Corona-Test feststand, dass sie gesund ist, haben wir ihr die Botschaft geschickt, dass wir in Idlib froh sind. Wir danken ihr."

Verewigt haben die Graffiti-Künstler die Kanzlerin in dem Ort Binnisch (auf dem Graffiti geschrieben: "Binnich"). Dafür haben sie ein Gebäude ausgesucht, das bei Luftangriffen zerstört wurde. In den vergangenen Monaten griffen Flugzeuge der syrischen Regierung und ihres Verbündeten Russland die Region um Idlib immer wieder aus der Luft an. Asis al-Asmar zieht aus den Trümmern ein Metallstück: "Das sind die Reste einer Rakete." Auch Bücher, Taschen und zerstörtes Spielzeug lägen hier noch herum.

Für Graffitis suchten sie sich häufig solche zerstörten Häuser aus, weil diese ehrlich von sich selbst erzählten, sagt Asis: "Hier in diesem Haus haben früher Menschen gelebt, es war voller Erinnerungen, doch dann wurde es bombardiert, und die Menschen sind geflohen."

Graffitis sind in der Rebellenprovinz Idlib sehr bliebt. Sie haben sich dort in den vergangenen Jahren zu einer Kunstform entwickelt, mit der die Syrer ihre Gefühle ausdrücken und der Welt zeigen wollen, was sie im Bürgerkrieg durchmachen. "Gott sei Dank", sagt auch Asis, "gibt es bei uns Kultur und alle Arten der Kunst."

Quelle: ntv.de, ftü/dpa