Politik

Russland rechtfertigt Angriff Syrische Armee feuert Granaten auf Idlib

AP_18241557753494.jpg

Die Granaten schlugen in der Nacht und am Morgen in der Umgebung von Dschisr al-Schughur ein. (Archivfoto)

(Foto: AP)

Nach den Angriffen Russlands und Syriens feuert die syrische Armee erneut auf das syrische Rebellengebiet Idlib. Über das Schicksal der Region wird nach Angaben Russlands am Freitag entschieden, wenn Putin, Erdogan und Ruhani sich in Teheran treffen.

Die syrische Armee hat Beobachtern zufolge die letzte Rebellen-Hochburg Idlib im Nordwesten des Landes angegriffen. Granaten seien in der Nacht und am Mittwochmorgen in der Umgebung von Dschisr al-Schughur im Westen der Provinz eingeschlagen, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Dieser Landstrich war nach Angaben der Organisation, von Rettungskräften und Rebellen bereits Ziel der Angriffe der russischen und syrischen Luftwaffe am Dienstag.

Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netz von Informanten in Syrien. Rebellen sprengten demnach eine weitere Brücke, um einen Vormarsch der Regierungstruppen zu erschweren. Nach Angaben aus regierungsnahen Kreisen in der syrischen Hauptstadt Damaskus wird derzeit eine Offensive auf Idlib vorbereitet.

In den vergangenen Jahren wurden Hunderttausende Rebellen und Extremisten nach ihrer militärischen Niederlage aus anderen Rebellengebieten Syriens in die Provinz Idlib gebracht. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, der am Freitag mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin und Irans Präsident Hassan Ruhani in Teheran beraten will, warnte vor einem Angriff auf die Provinz Idlib. Dies würde zu einem Massaker führen, sagte Erdogan der türkischen Zeitung "Hürriyet" zufolge.

Situation in Idlib besorgniserregend

Das Schicksal der syrischen Rebellenhochburg Idlib wird sich nach Moskauer Angaben nach dem Treffen am Freitag entscheiden. Dann werde Klarheit über die militärische Lage herrschen, sagte der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow der Agentur Interfax zufolge. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, die Situation in Idlib bleibe besorgniserregend. Russland berate mit allen seinen internationalen Kontakten über die Lage.

Vizeminister Rjabkow rechtfertigte einen möglichen Angriff: Anders werde sich Syrien nicht normalisieren. "Unsere westlichen Kollegen verstehen, dass man die Region von Terrorgruppen und Banditen befreien muss", sagte er. Idlib könnte auch Thema bei einem Treffen des russischen Außenministers Sergej Lawrow mit seinem US-Kollegen Mike Pompeo bei den Vereinten Nationen in New York werden, sagte er.

In dem Gebiet Idlib sind neben Zehntausenden Bewaffneten auch drei Millionen Zivilisten eingeschlossen. Das Nachbarland Türkei, aber auch die USA und europäische Staaten warnen vor einem Blutbad und vielen Flüchtlingen. Russland und der Iran sind Verbündete der syrischen Regierung, die Türkei stützt die Opposition.

Quelle: n-tv.de, cam/dpa/rts

Mehr zum Thema