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Bald mehr Tote in Afghanistan? Taliban entziehen Rotem Kreuz Schutzstatus

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Künftig werden die IKRK-Helfer wohl Sicherheitseskorten und gepanzerte Fahrzeuge brauchen.

(Foto: AP)

Die Arbeit des Roten Kreuzes in Afghanistan dürfte schwieriger werden. Die Taliban haben der Organisation das Sicherheitsabkommen aufgekündigt. Der Grund: Die Extremisten fühlen sich schlecht behandelt.

Die radikalislamischen Taliban haben dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in Afghanistan Schutzgarantien entzogen. Das teilte der Sprecher der Taliban, Sabiullah Mudschahid, in einer Erklärung mit.

Die Extremisten werfen dem IKRK vor, seinen Verpflichtungen zur Unterstützung von Taliban in einem Gefängnis in Kabul nicht nachgekommen zu sein. Das "eklatanteste Beispiel" dafür sei die Nichtbeachtung des Hungerstreiks Tausender gefangener Taliban in der Haftanstalt Pul-e Tscharchi, heißt es in der Mitteilung. Hunderte Gefangene seien in den vergangenen zehn Tagen ins Koma gefallen.

Das IKRK überwacht die Haftbedingungen und leistet medizinische Hilfe. Aktuell hat die Organisation rund 1600 Mitarbeiter in Afghanistan. Da sie bisher bei allen Konfliktparteien im Land einen besonderen Schutzstatus genossen hat, operiert sie in ganz Afghanistan ohne Sicherheitseskorten oder gepanzerte Fahrzeuge und ist auch in Gebieten aktiv, die von Taliban kontrolliert werden.

Im Vorjahr waren allerdings sieben IKRK-Mitarbeiter im Norden des Landes getötet worden. Die Angriffe waren nicht von den Taliban für sich reklamiert worden. In ihrer Folge wurde zum ersten Mal entschieden, die Präsenz des IKRK im Land zu verkleinern.

Quelle: n-tv.de, kpi/dpa

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