Politik

Sex und Sexismus in Berlin Tauber gerät in CDU-Schlammschlacht

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Die Details die die FU-Politikerinnen nun bekannt geben, sind pikant, dürften aber Behrends Glaubwürdigkeit schmälern.

(Foto: picture alliance / dpa)

Zuerst findet Generalsekretär Peter Tauber den Anstoß zur Seximus-Debatte in der CDU gut. Doch dann decken Medien seine ebenfalls frauenfeindlichen Äußerungen auf. Nun kommen weitere Details ans Licht, die dem Politiker aber den Rücken stärken dürften.

Die Sexismus-Vorwürfe von der Berliner Christdemokratin Jenna Behrends haben innerhalb der CDU eine Schlammschlacht ausgelöst - mit sehr prominenter Beteiligung. Denn mittendrin steckt mittlerweile Angela Merkels Generalsekretär Peter Tauber. Wie der "Tagesspiegel" berichtet, wird Tauber nun verteidigt – von Frauen aus den eigenen Reihen.

In einer öffentlichen Pressemitteilung ergreifen Sandra Cegla, Vorsitzende der Frauen-Union Berlin-Mitte, und FU-Mitglied Zana Ramadani Partei für den Generalsekretär. In der Mitteilung machen sie zunächst deutlich, dass sie persönliche Erlebnisse und Erfahrungen mit Jenna Behrends eigentlich nicht öffentlich machen wollten und sie nicht schlecht über andere Personen sprechen wollten. Aber: "So, wie sich die aktuelle Debatte jedoch entwickelt, müssen wir uns zum aktuellen Zeitpunkt mit unserem Insiderwissen zu Wort melden."

Und dann gehen die beiden Frauen ins Detail. Sandra Cegla erklärt: "Jenna Behrends und ich hatten uns bei der Klausurtagung der CDU Berlin Mitte am 15. April 2016 ein Zimmer geteilt. Obwohl wir außerhalb der Partei keinen Kontakt haben, sagte Jenna Behrends zu mir: 'Mit dem Peter Tauber, das muss jetzt aber unter uns bleiben, die Gerüchte stimmen. Ich hatte ein Verhältnis mit ihm.'"

Hatten Tauber und Behrends ein Verhältnis?

Ähnliches schreibt Zana Ramadani. Auch sie kannte Jenna eigentlich nicht, man habe nur mal bei einer Cola und den "üblichen Frauengesprächen" zusammengesessen. Und plötzlich hätte sich ihr Behrends anvertraut. Zunächst habe Behrends nur angedeutet, dass es sie verwirren würde, verliebt zu sein, dieser Mann zuerst sehr bemüht um sie gewesen sei, sich dann drei Wochen Zeit gelassen habe, lieber joggen gehen würde. Doch schließlich offenbarte sie Ramadani, dass es sich bei diesem Mann um Peter Tauber handele. "Und dass er sexuell stark auf sie reagiere", erinnert sich die FU-Frau. Auch Beweise gebe es für die Äußerungen: Der Chatverlauf sei "gesichert", heißt es in dem Schreiben. Am Ende ihrer gemeinsamen Pressemitteilung stellen die beiden Frauen die Frage, wie glaubwürdig Jenna Behrends nach diesen Äußerungen eigentlich sei. Denn sie hatte öffentlich angeprangert, dass ihr Affären mit anderen Parteimitgliedern angedichtet worden seien.  

Doch auch zu der Rolle Peter Taubers kommen immer mehr und pikantere Details ans Licht. Zunächst hatte er noch gesagt, dass er eine Debatte über Sexismus innerhalb der CDU wichtig finde und begrüße. Der Generalsekretär sagte: Geschichten wie die von Jenna Behrends bekomme er immer wieder geschildert. Einige Parteimitglieder überraschte diese frauenfreundliche Äußerung.

Tauber soll an Mobbing-Komplott beteiligt gewesen sein

Denn wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, soll Tauber an einem "Mobbing-Komplott" beteiligt gewesen sein. Unter dem Decknamen "Pflegehinweise für das Kaninchen" soll er versucht haben, die Vorsitzende seines Heimatkreises aus dem Amt zu mobben. In dem Papier heißt es unter anderem : "Damit das Kaninchen nicht übermütig wird, sollte man ihm das Leben . . . schwer machen." Die "Pflegehinweise" stammen aus dem Jahr 2006, als Tauber noch Landesvorsitzender der Jungen Union Hessen war.

Und auch aus jüngerer Zeit liegt der SZ ein Mailverkehr Taubers zu einer weiteren Angelegenheit vor. Auch der E-Mail-Verlauf aus dem Jahr 2012 mit Parteikollegen zeigt, dass in seinem Umfeld kaum anders über Frauen gesprochen wird, als es Frank Henkel getan haben soll. Der Berliner CDU-Landesvorsitzende soll Behrends eine "große süße Maus" genannt haben. Behrends hatte dies publik gemacht und damit die Seximus-Debatte angestoßen.

Peter Taubert hatte lediglich bestätigt, dass er Jenna Behrends "kennen gelernt" und auch mit ihr "geflirtet" hatte. Er stellte allerdings klar: "Aber es war für mich schnell klar, dass es rein freundschaftlich bleibt." So, wie unter Parteifreunden eben üblich.

Quelle: n-tv.de, kpi

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