Politik

"Pflegehinweise für das Kaninchen" Tauber soll Politikerin gemobbt haben

Die CDU-Frauen machen Generalsekretär Peter Tauber derzeit das Leben schwer. Erst soll Jenna Behrends, ein Verhältnis mit ihm gehabt haben, nun meldet sich eine andere Politikerin zu Wort und erhebt schwere Mobbingvorwürfe.

Die Mobbing-Affäre um CDU-Generalsekretär Peter Tauber zieht immer weitere Kreise. Nun meldet sich die ehemalige Geschäftsführerin der CDU in Taubers Heimat-Landkreis Main-Kinzig zu Wort. Sie ist diejenige, die mit einem internen Papier mit dem Titel "Pflegehinweise für das Kaninchen" aus dem Amt befördert werden sollte. Im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" sagte Anne Höhne-Weigl, dass der heutige Generalsekretär sie auch persönlich gemobbt habe.

Die CDU-Politikerin war von 1999 bis 2014 im Amt. Tauber war von 2011 bis 2014 Kreisvorsitzender. In dieser Zeit waren laut der Zeitung Tauber und auch andere mit der Arbeitsleistung der Geschäftsführerin unzufrieden und klagten über mangelnde Loyalität. Höhne-Weigl sollte also zur Aufgabe ihres Amtes bewegt werden. Daraufhin wurde offenbar das Mobbing-Papier erstellt.

Bestandteil des Mobbings war laut Höhne-Weigl, dass ein Mitarbeiter Taubers "dienstliche und private Telefongespräche" mithörte. Der Inhalt sei anschließend an Tauber "berichtet" worden. Mitunter sei für ihn auch Protokoll geführt worden. In diesem habe dann laut Höhne-Weigl gestanden, "ob ich lächle, wie ich telefoniere (in welchem Ton), ob ich die Rollos der Fenster auch schließe".

Doch damit nicht genug. "Obwohl Tauber seit der Erstellung des Mobbing-Papiers im Jahr 2006 davon wusste, hat er sich mir gegenüber nie davon distanziert", sagte Höhne-Weigl. "Bei seiner Wahl zum Kreisverbandschef 2011 hätte er reinen Tisch machen können", stattdessen habe er geschwiegen und "das Programm in seiner Zeit als Vorsitzender selbst umgesetzt und mich gemobbt".

Neun Seiten langes Mobbing-Papier

Auf neun Seiten wird in den "Hinweisen" aufgelistet, wie man die ungeliebte CDU-Kreisgeschäftsführerin aus dem Amt mobben könnte. Es wird unter anderem empfohlen, der Frau für den Fall, dass sie nicht freiwillig einen Aufhebungsvertrag unterschreibt, mit der Kündigung ihrer Tochter zu drohen, die auch bei der CDU arbeitete. Das Mobbing war jedoch nicht erfolgreich, auch weil die Geschäftsführerin selbst das Papier in die Hand bekam.

Tauber sagte zu den Vorwürfen: "Ich werde mich zu ehemaligen Mitarbeitern nicht negativ äußern." Er bestritt im Gespräch mit der SZ aber, an den "Pflegehinweisen" mitgeschrieben zu haben. Wenngleich einer der an dem Mobbing beteiligten Kollegen sagte, dass Tauber durchaus "an den Überlegungen beteiligt war". Auf die Frage, ob er im Jahr 2006 Kenntnis von dem Papier hatte, räumte der Generalsekretär ein: "Ja, wie viele andere vor Ort auch."

Höhne-Weigel sagte dazu: "Tauber räumt selbst ein, schon 2006 von dem Papier gewusst zu haben, er hätte darüber nicht zehn Jahre schweigen dürfen." Am Mittwoch erklärte Tauber zumindest, dass es "aus heutiger Sicht" ein Fehler gewesen sei, damals nichts gegen das Papier unternommen zu haben.

Quelle: n-tv.de, kpi

Mehr zum Thema