Politik

Geld aus EU-Töpfen abgezweigt? Tausende demonstrieren in Prag gegen Babis

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Großdemonstration auf dem Prager Wenzelsplatz.

(Foto: dpa)

Die Kritik an Andrej Babis reißt nicht ab: Der Premier in Prag steht unter dem Verdacht, größere Summen aus europäischen Mitteln unrechtmäßig für eigene Zwecke eingestrichen zu haben. Auf dem Wenzelsplatz fordert die Menge seinen Rücktritt.

Rund 10.000 Demonstranten haben in Prag erneut den Rücktritt des unter dem Verdacht des Subventionsbetrugs stehenden tschechischen Regierungschefs Andrej Babis gefordert. Die Menschen versammelten sich am Dienstag im Zentrum der Hauptstadt - eine Woche nachdem dort rund 50.000 Menschen gegen Babis demonstriert hatten.

Babis steht in Verdacht, mit seinem Konzern Agrofert unrechtmäßig EU-Subventionen in Millionenhöhe eingestrichen zu haben. Der laut "Forbes"-Magazin fünftreichste Tscheche weist die Vorwürfe zurück. Der politische Seiteneinsteiger Babis ist erst seit zwei Jahren im Amt.

Seit Ende April gibt es in Prag und anderen Städten der Tschechischen Republik immer wieder Kundgebungen gegen den in der heutigen Slowakei geborenen Babis. Dabei geht es auch um dunkle Punkte aus seiner Vergangenheit.

Laut Unterlagen der kommunistischen Geheimpolizei soll der spätere Unternehmer und Gründer der Partei ANO in den 1980er Jahren als Spitzel tätig gewesen sein. Auch dies bestreitet Babis, scheiterte aber in dieser Sache mit einer Klage vor dem tschechischen Verfassungsgericht.

Babis Konzernholding Agrofert kontrolliert neben Unternehmen aus dem Handel mit Agrarchemikalien und Düngemitteln auch holzverarbeitende Betriebe und Immobiliengesellschaften. Über ein Tochterunternehmen aus der Branche der Großbäckereien ist Agrofert indirekt auch in Deutschland aktiv.

Quelle: ntv.de, mmo/AFP