Politik

Straßen in Ostukraine gesperrt Teile der pro-russischen Rebellen revoltieren

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Der entlassene Innenminister Igor Kornet soll für die Revolte verantwortlich sein.

(Foto: REUTERS)

Ein Machtkampf zwischen Separatisten in der Ostukraine eskaliert offenbar. Bewaffnete riegeln die Zufahrten zur Großstadt Lugansk ab. Auslöser ist die jüngste Entlassung des Innenministers - hinter der Revolte sollen dessen Anhänger stecken.

In dem von pro-russischen Rebellen kontrollierten Gebiet um Lugansk im Osten der Ukraine ist es zu internen Auseinandersetzungen zwischen den Rebellenführern gekommen. Hunderte Bewaffnete in Militäruniformen riegelten Regierungsgebäude in Lugansk ab. Mit Kalaschnikow-Gewehren bewaffnete Männer sperrten alle Zufahrtsstraße zum Parlament und dem Regierungssitz der selbsternannten "Republik Lugansk" ab. Mindestens ein Panzer fuhr auf.

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Die Bewaffneten trugen keine Hoheitsabzeichen, aber weiße Bänder um den Arm. Im Regierungsviertel fiel der Strom aus. Einer der Männer sagte, im Stadtzentrum von Lugansk seien "Militärübungen" im Gange, die mindestens bis Mittwochmorgen andauern sollten. Reporter wurden daran gehindert, zu fotografieren oder zu filmen.

Rebellenchef Igor Plotnizki machte auf der Internetseite der sogenannten Lugansker Volksrepublik Anhänger des von ihm am Montag entlassenen Innenministers Igor Kornet für die Revolte verantwortlich. Die Versuche einiger Elemente des Innenministeriums, gegen diese Entscheidung vorzugehen, hätten alle Grenzen gesprengt, erklärte Plotnizki. Die Revolte würde schon in sehr naher Zukunft beendet.

Innenminister: Bin noch im Amt

Ex-Minister Kornet erklärte in einer Videobotschaft hingegen, er sei nach wie vor im Amt. Zugleich warf er einigen Führern der sogenannten Volksrepublik vor, in kriminelle Machenschaften zum Schaden der Menschen von Lugansk verwickelt zu sein. Er habe Plotnizki die Beweise vorgelegt und dieser habe die Festnahme der Betroffenen angeordnet. Plotnizki widersprach dem jedoch: Es gebe keinen Grund für eine Festnahme der von Kornet benannten Personen, erklärte er.

Im Osten der Ukraine herrscht seit mehr als drei Jahren ein blutiger Konflikt zwischen ukrainischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten. Dabei wurden bislang mehr als 10.000 Menschen getötet. Die ukrainische Regierung, die EU und die USA werfen Russland vor, die Separatisten militärisch zu unterstützen. Moskau weist die Vorwürfe zurück.

Quelle: n-tv.de, kst/rts/AFP

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