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Chile sorgt für Verwirrung Termin für nächste UN-Klimakonferenz ungewiss

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In diesem Jahr ist die UN-Klimakonferenz in Kattowitz in Polen.

dpa

Eigentlich soll Brasilien die nächste Klimakonferenz der Vereinten Nationen ausrichten. Die neue Regierung erklärt jedoch ihren Verzicht. Nun könnte sich der Termin sehr weit nach hinten verschieben. Auch bei der laufenden Konferenz geht es nicht wie geplant voran.

Die Verhandlungen in Kattowitz verzögern sich und auch bis zur nächsten UN-Klimakonferenz könnte es noch etwas länger dauern als ursprünglich vorgesehen: Chiles Staatschef Sebastián Piñera schrieb, sein Land richte die 25. Weltklimakonferenz (COP25) im Jahr 2020 aus. Seine Umweltministerin Carolina Schmidt erklärte, die zweiwöchige Konferenz finde "im Dezember 2019 oder Januar 2020" statt.

Bei der Verkündung des nächsten Konferenzgastgebers im Konferenzplenum in Kattowitz war am Freitagabend von 2019 die Rede gewesen. Üblicherweise finden die UN-Klimakonferenzen zum Jahresende statt. Da Chile aber als Gastgeber einspringt, braucht es möglicherweise mehr Vorlauf für die Organisation des Großereignisses.

Ursprünglich hatte Brasilien die nächste UN-Klimakonferenz ausrichten wollen. Ende November gab die Regierung in Brasília unter Verweis auf die angespannte Haushaltslage jedoch den Verzicht auf die Gastgeberrolle bekannt.

Hintergrund ist Kritikern zufolge aber vor allem, dass im Januar der Sieger der brasilianischen Präsidentschaftswahl, der rechtsradikale Ex-Offizier Jair Bolsonaro, sein Amt an der Staatsspitze antritt. Der auch "brasilianischer Trump" genannte Politiker hatte bereits angedeutet, dass er ähnlich wie der US-Präsident das Pariser Klimaabkommen aufkündigen könnte. Zudem will Bolsonaro die Beschränkungen für eine Abholzung des Regenwaldes aufheben. Sein designierter Außenminister Ernesto Araújo tat in einem Zeitungsbeitrag die Warnungen von Wissenschaftlern vor dem Klimawandel als "Panikmache" ab.

Verzögerungen bei UN-Klimakonferenz

Derweil haben sich die Verhandlungen in Kattowitz weiter verzögert. Die abschließende Plenumssitzung, bei der die Konferenzbeschlüsse abgesegnet werden sollen, wurde am Morgen auf den Nachmittag verschoben. Ursprünglich hatte die Konferenz am Freitagabend enden sollen. Es gab jedoch noch zu viel Verhandlungsbedarf.

Die UN-Klimakonferenz hatte vor knapp zwei Wochen begonnen und ist eine wichtige Etappe in den internationalen Klimaverhandlungen. Die Delegierten sollen unter anderem das sogenannte Regelbuch fertigstellen, das die konkrete Umsetzung des Ende 2015 vereinbarten Pariser Klimaabkommens festlegen soll.

Zu den Knackpunkten in Kattowitz gehören die Transparenzregeln im Regelbuch. Dabei geht es darum, wie die nationalen Klimaziele der einzelnen Länder künftig eingereicht und überprüft werden. Auch der Umgang mit den Schäden und Verlusten durch den Klimawandel in den ärmsten Ländern war in Kattowitz hoch umstritten.

Quelle: n-tv.de, hul/AFP

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