Politik

Bomben in Sri Lanka Terrormiliz IS reklamiert Anschläge für sich

119510259.jpg

Auch die St.-Sebastians-Kirche nördlich von Colombo war Ziel der Attentäter.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bei der Anschlagsserie in Sri Lanka am Ostersonntag verlieren mehr als 300 Menschen ihr Leben. Die Regierung ist sich sicher: Die Attentäter wollten Vergeltung für die Moschee-Angriffe im neuseeländischen Christchurch üben. Offenbar wurden sie dabei vom IS angeleitet.

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat die Anschlagsserie in Sri Lanka mit mindestens 320 Toten am Ostersonntag für sich reklamiert. "Diejenigen, die den Angriff ausgeübt haben, der vorgestern Mitglieder der US-geführten Koalition und Christen in Sri Lanka zum Ziel hatte, sind Kämpfer des Islamischen Staates", hieß es in einer von dem IS-Propaganda-Sprachrohr Amaq veröffentlichten Mitteilung. Die Anschläge hatten sich gegen drei Hotels und drei Kirchen gerichtet.

Zuvor war bekannt geworden, dass zwei muslimische Brüder aus Sri Lanka für zwei Selbstmordanschläge auf Hotels in Colombo verantwortlich sind. Die Söhne eines wohlhabenden Gewürzhändlers aus Colombo hätten sich als Gäste ausgegeben und sich in den Hotels Shangri-La und Cinnamon Grand in die Luft gesprengt, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Polizeikreisen.

Ein Ermittler sagte, die Brüder seien beide Ende 20 gewesen und hätten innerhalb ihrer Familie eine "Terrorzelle" gebildet. Sie seien führende Mitglieder der Islamistengruppe National Thowheeth Jama'ath (NTJ), die von der Regierung für die Anschläge verantwortlich gemacht wird. Weiter hieß es, ein Anschlag auf ein viertes Hotel sei geplant gewesen, aber gescheitert. Ob die Bombe dort absichtlich nicht gezündet wurde oder nicht funktionierte, ist unklar.

Nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef kamen bei den Anschlägen 45 Kinder ums Leben. Das jüngste der 13 in Batticaloa gestorbenen Kinder sei erst 18 Monate alt gewesen, teilte Unicef-Sprecher Christophe Boulierac in Genf mit. In Negombo seien 27 Kinder getötet worden. Außerdem sei der Tod von fünf ausländischen Kindern bestätigt worden, hieß es.

Die Anschläge in Kirchen und Luxushotels waren nach ersten Erkenntnissen der Regierung als Vergeltung für den Anschlag auf Moscheen im neuseeländischen Christchurch im März gedacht. Das erklärte Vize-Verteidigungsminister Ruwan Wijewardene im Parlament.

Quelle: n-tv.de, fzö/AFP/dpa

Mehr zum Thema