Politik

Anschlagsalarm in Bremen Terrorverdächtige entwischen Polizei

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Die Bremer Polizei hat ihre massiven Sicherheitsmaßnahmen inzwischen wieder heruntergefahren.

(Foto: AP)

Nach dem Aufsehen erregenden Terroralarm in Bremen am vergangenen Wochenende kommen erste Details an die Öffentlichkeit. Vier mutmaßliche Terroristen sind entkommen. Aber das ist nicht die beunruhigendste Nachricht.

Nach dem Terror-Alarm in Bremen sind Details zu den Plänen und der Identität der schwer bewaffneten Männer bekannt geworden. Vier Verdächtige aus Frankreich seien nach Recherchen von ZDF und "Focus" in die Hansestadt gereist. Demnach soll es auch konkrete Anschlagziele gegeben haben: den Dom, die Synagoge und einen Bus- und Verkehrsknotenpunkt in Bremen.

Am vergangenen Wochenende hatte es Warnungen vor einer möglichen Terrorgefahr in Bremen gegeben. Die Polizei erhöhte daraufhin ihre Präsenz an vielen Orten in der Stadt, gab aber nur wenige Informationen über die Gründe an die Öffentlichkeit. Dies hatte bundesweit Aufmerksamkeit und Sorgen ausgelöst. Razzien, unter anderem in einem islamischen Kulturzentrum, verliefen allerdings ergebnislos. Danach gab es Kritik daran, der Zugriff sei zu spät erfolgt. Die Razzien hatten am Samstagabend begonnen, die Warnung vor einer möglichen Terrorgefahr war aber bereits am Freitagabend bei der Polizei eingegangen.

Die Sprecherin der Bremer Staatsanwaltschaft, Silke Noltensmeier, sagte: "Wir wissen, dass es sich hier um französisch sprechende Personen handelt, die über die Niederlande nach Deutschland eingereist sind." Der Bremer Polizeipräsident Lutz Müller sagte zudem: "Wir gehen davon aus, dass sie sich hier aufgehalten haben, vermutlich schon am Freitag angereist sind. Aber wie lange sie dann tatsächlich in der Hansestadt waren, können wir nicht sagen."

60 Maschinenpistolen in Extremistenhänden

Ein 39 Jahre alter Libanese, der am Wochenende während des Anti-Terror-Einsatzes in Bremen vorübergehend festgenommen wurde, soll die Gruppe aus Frankreich kontaktiert haben. Außerdem soll er einem Bericht des ZDF zufolge von einem Waffenhändler 60 Maschinenpistolen und Pistolen gekauft haben.

Die Polizei habe am vergangenen Freitagabend erste Hinweise bekommen, dass der Libanese sich mit den Vier treffen wollte, sagte der Polizeipräsident. "Hinweise darauf, dass sich diese Personen im islamischen Kulturzentrum aufhalten können, haben sich erst im Laufe des Samstags verdichtet." Es ist unklar, wo sich die verdächtigen Männer jetzt aufhalten. Nach Informationen von Radio Bremen sind auch die 60 Maschinenpistolen, die der Libanese im Umkreis der Moschee verteilt haben soll, bis heute verschwunden.

Der entscheidende Hinweis auf die Islamisten kam nach ZDF-Informationen vom Zollkriminalamt in Köln. Zunächst seien die Bremer Behörden davon ausgegangen, dass die Männer mit einer Air-France-Maschine aus Paris nach Deutschland kommen wollten.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa