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"Test für schlimmste Albträume"Bericht: China baut heimlich nukleare Waffeninfrastruktur aus

02.04.2026, 09:44 Uhr
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China präsentiert eine DF-61-Atomrakete bei einer Militärparade zum 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs am 3. September 2025. (Foto: REUTERS)

US-Präsident Trump will im Mai nach Peking reisen. Mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi soll wohl auch ein Abrüstungsabkommen angestoßen werden. Doch laut einem Bericht soll China an einer Abschwächung seiner Atomwaffen nicht interessiert sein. Stattdessen treibe das Land den Ausbau weiter voran.

China soll einem Medienbericht zufolge heimlich seine nukleare Waffeninfrastruktur ausgebaut haben. Wie der US-Sender CNN berichtet, wurden vor drei Jahren mehrere Dörfer in der chinesischen Provinz Sichuan dem Erdboden gleichgemacht. An deren Stelle seien neue Gebäude errichtet worden, die einige der wichtigsten Produktionsanlagen für chinesische Atomwaffen beherbergen sollen. Für den Bericht wertete CNN eigenen Angaben zufolge Dutzende Satellitenbilder, Dokumente der chinesischen Regierung und freigegebene US-Geheimdienstberichte aus. Dadurch seien Chinas wichtigsten Forschungsinstitute und Produktionsstätten für Atomwaffen identifiziert worden, die alle in und um Mianyang in der Provinz Sichuan liegen sollen.

Zudem bestätigen dem Bericht zufolge untersuchte Satellitenbilder, dass diese und andere Anlagen in den vergangenen Jahren erweitert und modernisiert wurden. Die gewonnenen Erkenntnisse untermauern demnach die jüngsten Behauptungen der Regierung von US-Präsident Donald Trump, dass Peking seine bedeutendste Kampagne zur Modernisierung seiner Atomwaffen seit Jahrzehnten durchführt.

Trump selbst wird im nächsten Monat zu einem historischen Besuch in Peking erwartet. Dort will er voraussichtlich einen Dialog über ein Abkommen zur Eindämmung der nuklearen Ambitionen des chinesischen Staatschefs Xi Jinping anstoßen. Anfang des Jahres lief das jüngste Abrüstungsabkommen zwischen Russland und den USA, New START, aus. Trump strebt nun ein neues, verbessertes Abkommen mit Moskau an, das auch China einbeziehen soll.

Doch die dramatischen Veränderungen, die laut Bericht an Standorten in Sichuan zu beobachten sind, ließen vermuten, dass die Entwicklung von Atomwaffen durch das chinesische Militär kaum Anzeichen einer Abschwächung zeige, heißt es bei CNN. Eine der markantesten Neuerungen in der Gegend ist demnach eine riesige, ungewöhnlich geformte Kuppel, die aus dem Ufer des Tongjiang-Flusses emporragt. Sie scheint weiterhin mit Ausrüstung ausgestattet zu werden, was darauf hindeute, dass sie möglicherweise noch nicht in Betrieb sei.

Die 36.000 Quadratfuß große, verstärkte Kuppel ist laut Bericht von einer Stahlbetonkonstruktion mit Strahlungsmessgeräten und Drucktüren umgeben. Ihr Rohrleitungsnetz schlängele sich aus der Anlage hinaus in ein Gebäude mit einem hohen Lüftungskamin. Diese und weitere Merkmale, darunter umfangreiche Lüftungsanlagen, dienten laut mehreren Experten dazu, hochradioaktive Materialien wie Uran und Plutonium im Inneren der Kuppel einzuschließen.

"Schlimmsten Albträume der Menschen"

Die Anlage, die innerhalb eines der CIA seit Langem bekannten Atomwaffenstützpunkts errichtet wurde, soll von drei Sicherheitszäunen umgeben sein. Ein nahegelegener Tunnel verschwinde in einem Berghang. "Dieses Gebäude ist quasi ein Rorschach-Test für die schlimmsten Albträume der Menschen darüber, was China im Schilde führt", wird Jeffrey Lewis in dem Bericht zitiert, ein angesehener Experte für globale Sicherheit am Middlebury College und einer von drei Fachleuten, die die Ergebnisse von CNN überprüften.

"Es handelt sich hier um eine Umstrukturierung dieses Komplexes", fügte Lewis mit Blick auf das Netzwerk von Atomwaffenanlagen in und um den Kreis Zitong laut Bericht hinzu. Die Anlage sei ein zentrales Element. Sie stehe beispielhaft für all diese Veränderungen. "Es sieht so aus, als ob am Ende dieses Projekts eine deutlich höhere Produktionskapazität zur Verfügung stehen wird", so der Experte.

Die ungewöhnliche Bauweise der Kuppel, verleihe Behauptungen, China überarbeite sein Atomwaffenprogramm, eine gewisse Glaubwürdigkeit, sagen Experten. "Es könnte sein, dass an diesen Standorten neue Prozesse etabliert werden und neue Arten von Produkten hergestellt werden", so Renny Babiarz, Vizepräsident für Analyse und Betrieb bei AllSource Analysis, der Satellitenbilder für CNN auswertete. "Es ist klar, dass sich vor Ort viele Veränderungen vollziehen."

China wiegelt ab

Diese Entwicklungen könnten bei westlichen Gegnern blinde Flecken geschaffen haben. "Früher konnten wir einigermaßen fundierte Vermutungen darüber anstellen, wie viele Atomwaffen die Chinesen produzieren könnten", sagte Decker Eveleth, Nuklear- und Abschreckungsanalyst bei der CNA Corporation, der die Ergebnisse von CNN ebenfalls überprüfte. "Die Tatsache, dass diese Modernisierung so umfassend ist, deutet auf eine grundlegende Überarbeitung der Technologie hin, die dem gesamten System zugrunde liegt."

Auf die Ergebnisse von CNN angesprochen, habe das chinesische Außenministerium erklärt: "Wir sind über die von Ihnen erwähnte Situation nicht informiert." Das chinesische Verteidigungsministerium hat nicht auf CNN-Anfragen nach einer Stellungnahme reagiert.

Quelle: ntv.de, gut

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