Politik

Trend setzt sich fort Thüringer beteiligen sich rege an Wahl

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Bodo Ramelow und Gattin Germana Alberti vom Hofe nebst "First Dog" Attila schreiten zur Tat.

(Foto: imago images/Karina Hessland)

Wie bei zuletzt vielen Landtagswahlen sowie bei der Europawahl zeichnet sich bei dem Urnengang in Thüringen eine hohe Beteiligung ab. Noch bis 18 Uhr können die Wähler mit entscheiden, ob es für eine Fortsetzung der rot-rot-grünen Koalition reicht.

Bei der Landtagswahl in Thüringen deuten erste Daten auf eine wesentlich höhere Wahlbeteiligung hin als 2014. Nach Angaben des Landeswahlleiters hatten bis 16.00 Uhr rund 54,1 Prozent der rund 1,7 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Bei der Wahl 2014 hatte die Beteiligung am Ende 52,7 Prozent betragen, um 16.00 Uhr waren es 40,8 Prozent gewesen.

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Auch bei der Europawahl im Mai hatten zu dieser Uhrzeit erst 36,4 Prozent der Wahlberechtigten gewählt. Die Briefwähler sind dem Landeswahlleiter zufolge in diesen Zahlen nicht enthalten. Nach Umfragen bei den Gemeinden haben fast 14 Prozent der Wahlberechtigten im Vorfeld von der Briefwahl Gebrauch gemacht.

Die Regierungsbildung könnte schwierig werden. Ministerpräsident Bodo Ramelow, Deutschlands erster Regierungschef von der Linkspartei, will seine bisherige Koalition aus Linke, SPD und Grünen fortsetzen. Das Bündnis regierte in dem 2,1-Millionen-Einwohner-Land fünf Jahre lang mit nur einer Stimme Mehrheit im Parlament.

Doch jüngsten Umfragen zufolge könnte es für eine Neuauflage knapp werden, obwohl die Linke in Umfragen zuletzt zulegte und sich an die Spitze setzte. Dagegen droht die CDU, die auch unter der Ramelow-Regierung stärkste Kraft im Parlament war, von Platz eins abzurutschen. Bevor es 2014 zur rot-rot-grünen Koalition kam, regierte die CDU 24 Jahre lang das Land und stellte stets den Ministerpräsidenten - zwischenzeitlich sogar mit einer absoluten Mehrheit ausgestattet.

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Während die in Thüringen traditionell eher schwachen Grünen nach jüngsten Erhebungen damit rechnen, dass sie ihr Ergebnis von vor fünf Jahren verbessern können, droht die SPD laut Umfragen auf ein einstelliges Ergebnis zu fallen. Die AfD, die 2014 aus dem Stand 10,6 Prozent holte, geht von starken Zuwächsen aus - wie schon bei den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg. Die FDP muss um den Einzug ins Parlament bangen. Bei der Wahl 2014 scheiterten die Liberalen an der Fünf-Prozent-Hürde.

Die Spitzenkandidaten der großen Parteien gaben Sonntagvormittag ihre Stimmen ab. Zu den ersten Wählern zählten dabei die Grünenpolitiker Anja Siegesmund und Dirk Adams, die jeweils schon kurz nach 9.00 Uhr in Jena und Erfurt an die Urnen traten. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) kam mit seiner Frau Germana Alberti vom Hofe gegen 10.30 Uhr zur Stimmabgabe. Wenig später ging AfD-Landeschef und Spitzenkandidat Björn Höcke in seinem Wohnort Bornhagen (Eichsfeld) ins Wahllokal. Auch die Spitzenkandidaten von SPD, Wolfgang Tiefensee, und CDU, Mike Mohring, hatten bis Mittag in Erfurt beziehungsweise Apolda ihre Stimmen abgegeben.

Unter den Wahlberechtigten sind in Thüringen auch 75.000 Erstwähler. 18 Parteien wurden zur Wahl zugelassen. Im Land gibt es insgesamt 44 Wahlkreise. Um die Mandate bewerben sich 399 Listenkandidaten, darunter 113 Frauen.

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Quelle: n-tv.de, jog/dpa