Politik

Über Mine in Ostukraine gefahren Tod von OSZE-Beobachter entsetzt Merkel

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Sie sei "tief bestürzt" über den Tod des OZSE-Mitarbeiters, sagte Merkel.

(Foto: REUTERS)

Im Donbass wird ein OSZE-Beobachter durch eine Mine getötet, zwei weitere werden verletzt – darunter eine Deutsche. Kanzlerin Merkel will wissen, wer dafür verantwortlich ist. Die Separatisten erklären, die Gruppe habe einen verbotenen Weg eingeschlagen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die schnelle Aufklärung des Todes eines OSZE-Beobachters in der Ukraine gefordert. Die Konfliktparteien müssten sofort alles Erforderliche unternehmen, um zu klären, "wie es zu diesem tragischen Geschehen kommen konnte und wer dafür die Verantwortung trägt", erklärte die CDU-Politikerin. Zudem müssten die Konfliktparteien endlich den seit langem verabredeten Waffenstillstand vollständig einhalten.

Merkel fügte hinzu, dabei komme den von Russland unterstützten Separatisten, "die widerrechtlich und mit Gewalt Teile des ukrainischen Staatsgebiets besetzt halten, eine besondere Verantwortung" zu. Die Nachricht vom Tod des Mitarbeiters der Beobachtermission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in der Ostukraine erfülle sie "mit Trauer und Entsetzen".

Bei dem Vorfall wurden zwei weitere OSZE-Mitarbeiter verletzt. Nach Merkels Angaben ist unter ihnen auch eine Deutsche. Sie wünsche den Verletzten schnelle und vollständige Genesung. Bislang hatte die OSZE nichts über die Nationalität der Opfer bekannt gegeben. Laut dem österreichischen Außenministerium wurde ein US-amerikanischer Beobachter getötet. Zunächst war nur von einer verletzten Person die Rede, die OSZE sprach später aber von zwei weiteren verletzten Mitarbeitern.

Zuvor hatte sich bereits Bundesaußenminister Sigmar Gabriel "tief bestürzt" über den Vorfall geäußert und den Einsatz der OSZE-Beobachter gewürdigt. Diese machten Tag für Tag "unermüdlich hervorragende Arbeit", erklärte er. "Es ist ihr Verdienst, dass es in den letzten Jahren zu keiner noch größeren militärischen Eskalation in der Ostukraine gekommen ist. Die unsäglichen Angriffe und ungerechtfertigten Beschuldigungen besonders von Seiten der Separatisten müssen aufhören."

Rebellen: Fahrzeug verließ Hauptstraße

Es war das erste Mal seit Beginn des Ukraine-Konflikts vor drei Jahren, dass ein OSZE-Beobachter in dem Land getötet wurde. Eine Patrouille der OSZE-Beobachtermission fuhr im ostukrainischen Rebellengebiet Lugansk über eine Mine, wie der österreichische Außenminister und amtierende OSZE-Vorsitzende Sebastian Kurz mitteilten. Nach Angaben der Beobachtermission wurden zwei weitere Mitglieder der Patrouille verletzt.

Nach Angaben der Rebellen-Polizei waren zwei OSZE-Fahrzeuge auf Patrouille. Eines davon sei über eine Panzermine gefahren. Die Rebellen erklärten auf ihrer Website, das OSZE-Team sei von der Hauptstraße abgefahren und auf einer kleineren Straße unterwegs gewesen. Dies sei laut dem Mandat der Beobachtermission verboten. "Wir haben die OSZE-Mission wiederholt darauf aufmerksam gemacht, dass sie die Sicherheitsmaßnahmen befolgen soll." Die Angaben der Rebellen konnten zunächst nicht auf ihre Richtigkeit überprüft werden.

Quelle: ntv.de, hul/AFP