Politik

"Zu viel und zu lange"Top-Militärs warnen Hegseth vor Fortsetzung des Iran-Krieges

30.08.2026, 18:31 Uhr
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Pete Hegseth trifft beim US-Militär auf Gegenwind. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

US-Präsident Trump droht dem Iran immer wieder mit neuen Angriffen. Dementsprechend bleiben Zehntausende Soldaten in Alarmbereitschaft. Das US-Militär wird dafür in anderen Weltregionen geschwächt - das stößt in der Führungsriege offenbar auf Widerstand.

Mehrere hochrangige US-Militärs haben Verteidigungsminister Pete Hegseth offenbar darauf hingewiesen, dass eine Verlängerung groß angelegter Operationen gegen den Iran die Gefahr bürgen würde, die Fähigkeit der US-Streitkräfte zu schwächen, Bedrohungen an anderen Orten zu begegnen. Wie die "Washington Post" unter Berufung auf Quellen aus dem Pentagon berichtet, richteten die Chefs der Armee, der Marine und der Luftwaffe die Warnung an Hegseth bereits Mitte August im sogenannten "Secretary of Defense Orders Book" (SDOB). Demnach schlossen sich auch die Kommandeure, die die US-Operationen in Europa, Asien und Lateinamerika leiten, dieser Einschätzung an.

Das SDOB, das in der Regel zweimal monatlich erscheint und als geheim eingestuft ist, gibt laut der Zeitung einen Überblick über die weltweite Verfügbarkeit von US-Kriegsschiffen, Flugzeugen, Personal und Waffensystemen. Demnach hält das US-Zentralkommando seit Monaten eine Streitmacht von mehr als 50.000 Soldaten in Alarmbereitschaft - für den Fall, dass US-Präsident Donald Trump weitere Angriffe anordnet.

Dem Bericht zufolge sieht die Befehlssammlung im SDOB von Mitte August vor, dass einige im Nahen Osten stationierte Truppen bis September und andere bis ins Jahr 2027 dort verbleiben sollen. Die Aussicht auf diese Verlängerung habe die Militärführung dazu veranlasst, ihre Besorgnis zum Ausdruck zu bringen, hieß es laut "Washington Post" von den Quellen im Pentagon.

Die Leiter des US-Europakommandos, des US-Pazifikkommandos und des US-Südkommandos sowie der oberste Admiral der Marine sollen mit einer im SDOB als "Non-Concur" bezeichneten Stellungnahme reagiert haben - was bedeutet, dass sie der Anordnung des Verteidigungsministers zur Verlängerung des Einsatzes ihrer Truppen nicht zustimmen, diese aber dennoch ausführen werden.

Marine geht an die Schmerzgrenze

Den drei Einsatzkommandos, die die US-Operationen in Europa, Asien und Lateinamerika leiten, wurden Schiffe, Flugzeuge und andere Ausrüstung abgezogen, um den Iran-Konflikt zu unterstützen. Dies habe ihre Fähigkeit eingeschränkt, Einsätze durchzuführen und eine angemessene Ausbildung zu gewährleisten, sagten mit der Einschätzung vertraute Personen der Zeitung. Insbesondere die Marine habe ihre Kapazitäten bis an die Grenzen ausreizen müssen, um den Anforderungen im Kriegszustand gerecht zu werden.

Die Führung der Armee und der Luftwaffe stimmten Hegseths Wunsch nach einer Verlängerung des Einsatzes ihrer Streitkräfte zu, betonten jedoch jeweils, dass dies mit erheblichen Risiken verbunden sei. Insgesamt lautet der Tenor der militärischen Führung dem Bericht zufolge, dass die andauernde Iran-Operation, die nun die Sechs-Monats-Marke erreicht hat, "zu viel und zu lange" gedauert habe.

Quelle: ntv.de, dsc

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