Zwei Dutzend Raketen registriertTote und Stromausfälle nach russischen Angriffen auf die Ukraine

In der Nacht überzieht Russland die Ukraine mit schweren Luftangriffen. Den Großteil der Drohnen und Raketen kann die ukrainische Luftwaffe nach eigenen Angaben abwehren, es werden aber auch Treffer und Opfer gemeldet. In vielen Haushalten in mehreren Großstädten ist die Energieversorgung unterbrochen.
Bei russischen Angriffen auf die Ukraine mit über 200 Drohnen und Raketen sind nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mindestens zwei Menschen getötet worden. Mehr als zehn weitere Menschen seien verletzt worden. Bei den Toten handelt es sich Losowas Bürgermeister Serhij Selenskyj zufolge um eine Frau und einen Mann, die in ihrem Haus in der Stadt in der Region Charkiw getötet worden seien.
Schwere Schäden gab es nach Behördeninformationen in Kiew und in der Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko meldete am Morgen zwei Verletzte in der Hauptstadt, darunter einen Schwerverletzten. In Odessa gab es nach dem massiven russischen Luftangriff einen Verletzten, schrieb Gouverneur Serhij Lyssak bei Telegram. Weiteren 23 Personen werde nach einem Einschlag in einem neunstöckigen Wohnhaus psychologische Hilfe geleistet.
Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe attackierte Russland sein Nachbarland in der Nacht mit 219 Kampfdrohnen, 24 ballistischen Raketen und einem Marschflugkörper. 197 Drohnen, 15 Raketen sowie der Marschflugkörper seien abgeschossen oder durch elektronische Flugabwehr zum Absturz gebracht worden. Einschläge habe es an 13 Orten in der Ukraine gegeben, teilte die Luftwaffe am Morgen auf Telegram mit. Zudem können herabstürzende Trümmer abgewehrter Angriffskörper Schäden verursachen. Die Zahl der abgewehrten ballistischen Raketen ist ungewöhnlich hoch, da diese nur schwer abfangbar sind.
Versorgungsprobleme nach russischen Angriffen
Nach Klitschkos Angaben waren erneut Infrastrukturobjekte Ziel der Luftangriffe. Es habe aber auch Einschläge in privaten Wohnhäusern gegeben. Kiew kämpft wegen der ständigen russischen Angriffe seit Wochen mit Problemen bei der Energieversorgung - sowohl beim Strom als auch bei der Heizung. Nach Angaben Klitschkos sind 2600 weitere Wohnhäuser in der Hauptstadt nach den Attacken ohne Strom. Mehr als 1100 Wohnblöcke könnten nach früheren russischen Angriffen immer noch nicht beheizt werden.
Auch in Odessa waren Gouverneur Lyssak zufolge Energieanlagen im Visier der russischen Streitkräfte. In einem Infrastrukturobjekt sei ein Feuer ausgebrochen. Schäden durch die Drohnenangriffe gab es demnach zudem in einem Supermarkt und an mehreren Marktständen. In Odessa seien fast 300.000 Menschen von der Strom- und Wasserversorgung abgeschnitten, wie der stellvertretende Ministerpräsident Oleksij Kuleba mitteilte. Zudem seien fast 200 Gebäude in der Stadt ohne Heizung. Auch in der viertgrößten ukrainischen Stadt Dnipro im Südosten des Landes hätten 10.000 Verbraucher keine Heizung mehr.
Russland beschießt systematisch die Energieversorgung der Ukraine. Nach Darstellung Moskaus handelt es sich um militärische Ziele, da der erzeugte Strom von der Rüstungsindustrie genutzt werde. Millionen Ukrainer sind wegen der andauernden Attacken bei teilweise zweistelligen Minusgraden Dunkelheit und Kälte ausgesetzt. Am 24. Februar wird der vollumfängliche russische Angriffskrieg gegen die Ukraine vier Jahre andauern.