Politik

"Absurde Täuschung"Trickst das Pentagon bei der Zahl toter US-Soldaten im Iran-Krieg?

28.07.2026, 04:27 Uhr
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Überführung der zuletzt im Nahen Osten gefallenen US-Soldaten auf der Dover Air Force Base im US-Bundesstaat Delaware. (Foto: AP Photo/Matt Rourke)

Zuletzt sterben erneut US-Soldaten im Zuge der Gefechte mit dem Iran. Doch diese Getöteten werden vom Pentagon nicht mehr als Opfer des unter der "Operation Epic Fury" gestarteten Iran-Kriegs geführt, sondern in einer neuen Kategorie.

Nach dem Tod von vier US-Soldaten bei iranischen Angriffen auf US-Stützpunkte im Nahen Osten hat das Pentagon diese Todesfälle einer neuen Kategorien namens "Overseas Operations" zugeordnet - damit fallen sie nicht mehr in die offizielle Statistik der am 28. Februar gestarteten "Operation Epic Fury", womit der Angriff der USA und Israels auf den Iran gemeint ist. Das Vorgehen stößt in den USA jedoch auf herbe Kritik.

Der republikanische Abgeordnete des Repräsentantenhauses, Thomas Massie, kritisierte den Vorgang auf X ironisch: "Lassen Sie mich diese absurde Täuschung erklären: Das Pentagon tut so, als hätte es zwei Iran-Kriege gegeben, die durch einen kurzen Waffenstillstand voneinander getrennt waren."

Am Wochenende hatte das Pentagon bekannt gegeben, dass im Krieg mit dem Iran mindestens 624 US-Soldaten verletzt wurden - eine Zahl, die laut der Militärpublikation "Task & Purpose" am vergangenen Freitag noch bei 420 lag. Die neuen Zahlen wurden offenbar im Rahmen einer umfassenden Überarbeitung des offiziellen Systems zur Erfassung von Kriegsopfern des Verteidigungsministeriums veröffentlicht, das den Konflikt mit dem Iran erstmals in zwei Zeiträume unterteilt.

Dem Bericht zufolge wurden die meisten Verluste im Juli aus den Angaben der "Operation Epic Fury" entfernt und der neuen Kategorie "Overseas Operations" zugeordnet. Die Zählweise für die 18 im Konflikt mit dem Iran getöteten Soldaten sei ebenfalls geändert worden. Demnach wurden vier von ihnen in die Kategorie "Overseas Operations" verschoben, "darunter drei Soldaten, die am 17. Juli bei einem iranischen Angriff in Jordanien ums Leben kamen, sowie einen weiteren, der bei der kontrollierten Sprengung einer abgeschossenen iranischen Drohne im Irak getötet wurde".

In einer offiziellen Webseite listet das Pentagon die beiden Kategorien nun separat auf: Einmal "Operation Epic Fury" mit insgesamt 14 Toten und 412 Verletzten sowie "Overseas Operations" mit nun vier Toten und 207 Verletzten.

Die neue Zählung der Opfer beginne am 7. Juli, hieß es. Die Trump-Regierung argumentierte diesen Monat, dass die "Operation Epic Fury" an diesem Tag mit der Verkündung des kurzlebigen Waffenstillstands endete. Die Kampfhandlungen vor und nach dem 7. Juli verliefen jedoch weitgehend ähnlich, schrieb die Militärpublikation "Task & Purpose", wobei US-Bombardements und iranische Raketen- und Drohnenangriffe sich gegenseitig abwechselten. US-Präsident Trump selbst habe in den sozialen Medien gepostet, dass im "militärischen Konflikt mit dem Iran" 18 amerikanische Soldaten getötet wurden, darunter auch die vier, die nach dem 7. Juli ums Leben kamen.

Quelle: ntv.de, dsc/kst

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