Politik

Unruhen mit Toten in Venezuela Trump: "Blutige Unterdrückung" muss enden

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US-Präsident Donald Trump.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Seit Wochen herrscht in Venezuela Ausnahmezustand, jetzt meldet sich US-Präsident Trump zu Wort. Er will der Bevölkerung helfen, einen Weg aus Krise zu finden. Was genau er tun will, ist noch offen. Außenminister Maas warnt vor militärischen Interventionen.

Angesichts der Unruhen in Venezuela hat US-Präsident Donald Trump ein sofortiges Ende der "blutigen Unterdrückung" der Bevölkerung in dem Krisenstaat gefordert. "Die Menschen hungern. Sie haben weder Lebensmittel noch Wasser, und das war einmal eines der wohlhabendsten Länder der Welt", sagte Trump in Washington. "Unsere Gebete begleiten das Volk Venezuelas in seinem gerechten Kampf für die Freiheit", sagte Trump. "Wir werden hier sein, um zu helfen und wir sind hier, um zu helfen."

Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich bei seinem Besuch in Mexiko unterdessen klar gegen eine militärische Intervention in Venezuela ausgesprochen. "Wir stellen an vielen Plätzen der Welt fest, dass militärisch gelöste Konflikte in Wahrheit keine gelösten Konflikte sind, sondern nur verschobene Konflikte", sagte er nach einem Treffen mit seinem mexikanischen Kollegen Marcelo Ebrard. "Deshalb verfolgen wir nach wie vor das Ziel einer politischen Lösung und keiner militärischen."

Maas reagierte damit auf Äußerungen von US-Außenminister Mike Pompeo, der am Mittwoch eine militärische Intervention nicht ausgeschlossen hatte. "Militärisches Handeln ist möglich. Wenn es das ist, was notwendig wird, dann ist es das, was die Vereinigten Staaten tun werden", sagte Pompeo. Allerdings betonte er auch: "Wir tun alles, was wir können, um Gewalt zu vermeiden."

Erneute Proteste gegen Maduro

Landesweit ist es am Rande von erneuten Protesten gegen die linksnationalistische Regierung von Staatschef Nicolás Maduro zu heftigen Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Die Zahl der getöteten Demonstrationsteilnehmer ist nach Angaben von Oppositionspolitikern und Angehörigen auf vier Menschen gestiegen.

Zuvor hatte der selbsterklärte und von den USA unterstützte Übergangspräsident Juan Guaidó die "Operation Freiheit" zum Sturz Maduros ausgerufen. Zwar gingen zahlreiche Anhänger Guaidós auf die Straße, eine Rebellion einiger Soldaten zur Unterstützung des Oppositionsführers scheiterte aber.

Guaidó und Maduro liefern sich seit Monaten einen erbitterten Machtkampf. Rund 50 Staaten, darunter Deutschland, haben Guaidó als Übergangspräsidenten anerkannt. Maduro kann auf die Unterstützung von Staaten wie Russland, China und Kuba zählen - und offenbar weitestgehend auf den Rückhalt der venezolanischen Armee, die ein wichtiger Machtfaktor ist.

Quelle: n-tv.de, joh/AFP/dpa

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