Neuer Staatschef steht wohl festTrump: Chamenei-Nachfolger ohne US-Zustimmung "bleibt nicht lang im Amt"

US-Präsident Trump will mitbestimmen, wer den Iran künftig regiert. Die aktuelle Regierung in Teheran lehnt jedoch jede Einmischung ab. Berichten zufolge steht der Chamenei-Nachfolger bereits fest. Wer das ist, ist noch unklar. Dass er lange im Amt bleibt, schließt Trump allerdings jetzt schon aus.
US-Präsident Donald Trump hat dem Iran gedroht, sollte sein Land nicht in die Nachfolge des getöteten iranischen Staatsführers Ajatollah Ali Chamenei einbezogen werden. Es brauche die Zustimmung der USA, sagte Trump dem Sender ABC News nach dessen Angaben. "Wenn er unsere Zustimmung nicht erhält, wird er nicht lang im Amt bleiben." Er wolle nicht, dass man in fünf Jahren wiederkommen müsse, um dasselbe noch einmal zu tun - oder schlimmer noch, dass man zulasse, dass der Iran eine Atomwaffe bekomme, sagte Trump demnach. Einem iranischen Medienbericht zufolge steht das neue Staatsoberhaupt bereits fest.
Die Frage, ob er bereit wäre, jemanden mit Verbindungen zur alten Führung zu akzeptieren, bejahte Trump laut ABC News: "Um einen guten Anführer zu wählen, würde ich das tun, ja, das würde ich. Es gibt zahlreiche Menschen, die infrage kommen könnten."
Irans Außenminister Abbas Araghtschi machte in einem Interview des US-Senders NBC News hingegen deutlich, dass sein Land keine Einmischung Trumps bei der Wahl des Staatsoberhaupts akzeptieren wird. "Wir erlauben niemandem, sich in unsere internen Angelegenheiten einzumischen", sagte Araghtschi. Das mit der Wahl des Revolutionsführers beauftragte Gremium sei vom Volk gewählt worden und werde seine Aufgabe erledigen. "Das geht nur das iranische Volk etwas an und niemanden sonst", sagte der Außenminister.
Araghtschi zufolge stand eine Entscheidung des sogenannten Expertenrats aus 88 Geistlichen bisher nicht fest. Niemand wisse, wen die Mitglieder zum Nachfolger des getöteten Chamenei wählen werden, betonte er.
Einem iranischen Bericht zufolge wurde über die Nachfolge des getöteten Religionsführers bereits Konsens erzielt. "In den ersten Stunden nach dem Märtyrertod des Führers trat der Expertenrat zusammen, und die Mehrheit einigte sich auf einen einzigen Kandidaten, der dem Präsidium der Versammlung mitgeteilt wurde", sagte ein Mitglied des Expertenrats nach Angaben der Nachrichtenagentur Mehr.
Der Name des neuen geistlichen Oberhaupts der Islamischen Republik wurde offiziell nicht bekannt gegeben. Ein Mitglied des Expertenrats deutete jedoch an, dass die Wahl auf Chameneis Sohn Modschtaba Chamenei gefallen sei. Trump hatte in einem CNN-Interview am Vortag klar gemacht, dass er Modschtaba Chamenei als neues Staatsoberhaupt ablehne: "Chameneis Sohn ist für mich inakzeptabel. Wir wollen jemanden, der Harmonie und Frieden in den Iran bringt." Modschtaba Chamenei sei ein "Leichtgewicht".