Politik

Kriegsschiffe bleiben vor KüsteTrump: Habe zweiten Angriff auf Venezuela abgesagt

09.01.2026, 15:00 Uhr
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Rauch steigt am 3. Januar aus dem Komplex Fuerte Tiuna auf, dem wichtigsten Standort des venezolanischen Militärs. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

US-Präsident Trump will aus den riesigen Ölreserven Venezuelas Kapital schlagen. Die Zusammenarbeit mit Caracas funktioniert offenbar gut. Vorerst werde daher auf einen weiteren Militäreinsatz verzichtet, teilt Trump mit. Auch abseits des Ölgeschäfts zeigt er sich zufrieden.

Ein zweiter Angriff auf Venezuela ist laut US-Präsident Donald Trump vorerst abgesagt. Als Gründe nannte er auf seiner Onlineplattform Truth Social unter anderem die Freilassung von politischen Gefangenen in dem südamerikanischen Land und die gute Zusammenarbeit der beiden Länder unter anderem bei der Öl- und Gasinfrastruktur. US-Kriegsschiffe sollen aus Sicherheitsgründen vor der venezolanischen Karibikküste allerdings nicht abgezogen werden.

Nach Angaben Trumps seien von großen Ölkonzernen Investitionen in Höhe von "mindestens 100 Milliarden US-Dollar" zu erwarten. Ein Treffen im Weißen Haus solle noch im Laufe des Tages folgen. Die venezolanische Öl- und Gasinfrastruktur solle "in einer wesentlich größeren, besseren und moderneren Form", wiederaufgebaut werden, so Trump. Venezuela lasse "eine große Zahl politischer Gefangener als Zeichen der "Suche nach Frieden"" frei, schrieb Trump. Die Regierung in Caracas hatte zuvor die Freilassung zahlreicher venezolanischer und ausländischer Häftlinge angekündigt, darunter sollen Medienberichten zufolge prominente Oppositionelle wie die Menschenrechtlerin Rocío San Miguel sein.

Am vergangenen Wochenende hatten US-Soldaten Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro festgenommen und in die Vereinigten Staaten gebracht. Dort soll ihm wegen Drogendelikten der Prozess gemacht werden. Seine Nachfolgerin Delcy Rodríguez gilt als treue Anhängerin und hat die Gefangennahme als völkerrechtswidrige Aggression verurteilt. Der Konflikt zwischen den USA und Venezuela war in den letzten Monaten eskaliert. Seit September hatte das US-Militär vor der Küste Venezuelas zahlreiche Kriegsschiffe, Kampfflugzeuge und Soldaten zusammengezogen.

Trump erhebt Anspruch auf Öleinnahmen

Der US-Präsident hatte schon zuvor Ansprüche auf Einnahmen aus dem Export venezolanischen Öls angemeldet. Das südamerikanische Land verfügt mit schätzungsweise 303 Milliarden Barrel (je 159 Liter) über die größten Ölreserven der Welt. Es handelt sich dabei vor allem um Schweröl, das nur mit spezieller Technik raffiniert werden kann - mehrere Raffinerien an der US-Golfküste sind darauf spezialisiert.

Trotz der enormen Reserven ist Venezuelas Ölindustrie marode. Die Förderung liegt mit rund 1,2 Millionen Barrel pro Tag deutlich unter dem Niveau von fast drei Millionen Barrel vor 20 Jahren. Dennoch ist Öl die wichtigste Devisenquelle des Landes. Der Wiederaufbau der maroden venezolanischen Ölindustrie dürfte nach Einschätzung von Experten Jahre dauern und Investitionen in Milliardenhöhe erfordern.

Quelle: ntv.de, lar/dpa

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