Politik

Präsident baut Washington umTrump: Lasse mir Denkmäler errichten, weil es sonst niemand tun wird

04.09.2026, 16:54 Uhr
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Donald Trump drückt nicht nur dem Weißen Haus seinen Stempel auf. (Foto: picture alliance / Captital Pictures)

US-Präsident Trump ist beinahe besessen von seinem Prestige-Projekt, einem neuen Ballsaal im Weißen Haus. Doch auch andernorts in der US-Hauptstadt lässt der Republikaner so viele Änderungen vornehmen wie vor ihm kein anderer Amtsinhaber. Das hat einen einfachen Grund, wie Trump selbst zugibt.

US-Präsident Donald Trump hat in einem Gespräch über sein umstrittenes Ballsaal-Projekt im Weißen Haus ungewöhnlich offen über die Gründe für seine Bauwut in der US-Hauptstadt Washington gesprochen. Angesprochen auf den Vorwurf, er errichte Denkmäler für sich selbst, weil er wisse, dass niemand anderes dies tun werde, sagte Trump einem Reporter des "New York Magazine" im Oval Office: "Das stimmt. Niemand wird es tun, wenn ich nicht mehr da bin. Wenn ich von hier weggehe, wird es niemand tun."

Dem Bericht des Magazins zufolge hat Trumps Regierung seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus Änderungen an mehr als 100 Bauwerken in Washington vorgenommen. Die Gesamtkosten beliefen sich auf mehr als eine Milliarde Dollar. In weniger als zwei Jahren habe Trump "einen neuen Hubschrauberlandeplatz für das Weiße Haus fast fertiggestellt, den Rosengarten in eine mit Skulpturen übersäte Terrasse verwandelt, die Statuen auf der Arlington Memorial Bridge neu vergoldet, dem Kennedy Center seinen Namen verliehen und gegen imaginäre Vandalen und echte Algenblüten gekämpft" - damit ist Trumps pannenreicher Versuch gemeint, den Reflecting Pool auf der National Mall zu sanieren.

Der Präsident plant außerdem, einen öffentlichen Golfplatz in Bundesbesitz in eine Anlage auf Meisterschaftsniveau zu verwandeln und sich einen 76 Meter hohen Triumphbogen errichten zu lassen - dieser wäre fast dreimal so hoch wie das Brandenburger Tor und anderthalbmal so hoch wie der Pariser Triumphbogen.

Trump: Mein Name sollte auf dem Ballsaal stehen

Das Projekt, das Trump am wichtigsten ist und auch das meiste Geld (rund 800 Millionen Dollar) kostet, ist jedoch der Ballsaal und der darunter liegende Militärbunker. Trump hofft, dass das Gebäude eines Tages seinen Namen tragen wird. "Das sollte es", sagte er dem "New York Magazine". "Ich weiß nicht, ob es so kommen wird, aber es sollte so sein."

Zuletzt hatte der Präsident sein Prestige-Projekt als etwas beschrieben, was es kein zweites Mal geben werde. Der Saal wird seit Herbst 2025 auf dem Gelände des ehemaligen Ostflügels des Weißen Hauses gebaut - den hatte Trump abreißen lassen. Früheren Angaben des Weißen Hauses zufolge sollte der mehrere tausend Quadratmeter große Erweiterungsbau deutlich größere Staatsbankette ermöglichen als das bisher genutzte Gebäude. Trumps Anwälte hatten sich zuletzt per Eilantrag an den Obersten US-Gerichtshof gewandt, um sich den Weiterbau des Ballsaals genehmigen zu lassen.

Denkmalschützer waren gegen die US-Regierung vor Gericht gezogen, um Trumps Prestige-Projekt zu stoppen. Das Projekt ist wegen der Kosten, des Vergabeverfahrens und der Eingriffe in das historische Ensemble des Weißen Hauses stark umstritten und war mehrfach Gegenstand von Gerichtsverfahren. Der Streit wurde schon länger vor Gericht ausgefochten. Ein Berufungsgericht entschied, dass Trump seinen Ballsaal nicht eigenmächtig bauen darf. Stattdessen müsse er die Zustimmung des US-Parlaments einholen, der Bau der oberirdischen Teile müsse daher bis auf Weiteres eingestellt werden.

Trump und sein Team argumentieren dagegen, der Ballsaal sei für die nationale Sicherheit notwendig. Mit dem Saal werde ein Ort mit besonderen Sicherheitsstandards geschaffen, um den Schutz des Präsidenten bei Veranstaltungen zu gewährleisten. Der neue Komplex trage auch zu mehr Schutz auf dem Gelände des Weißen Hauses bei.

"Für den Fall eines Atomangriffs gedacht"

Am Montag hatte das Oberste US-Gericht mit einer knappen Mehrheit den Weiterbau des Ballsaals vorerst erlaubt und damit einem Eilantrag der Regierung stattgegeben. Das Hauptverfahren läuft allerdings weiter. Die Entscheidung mit einer Mehrheit von fünf zu vier setzt nun vorläufig einen Baustopp aus, den eine untere Gerichtsinstanz verfügt hatte. 

Mit dem Weiterbau inmitten des Rechtsstreits will Trump offensichtlich Fakten schaffen. Darauf angesprochen, ob die Demokraten sein Lieblingsprojekt eines Tages vielleicht ebenso abreißen werden wie Trump den historischen Ostflügel des Weißen Hauses, sagte er: "Ich glaube nicht, dass sie das physisch schaffen würden." Das Gebäude bestehe "aus dem stärksten Stahl, der miteinander verschweißt wurde, und aus Beton, der so hart und so fest ist, dass er in Kernkraftwerken verwendet wird."

Man könne "mit einem Presslufthammer an diese Säulen gehen und dort zwei Tage lang mit voller Kraft darauf hämmern, und man würde nicht einmal eine Spur sehen", behauptet Trump im Gespräch mit dem Magazin. "Es ist Atombeton. Ich glaube, das wäre sehr schwer. Es ist für den Fall eines Atomangriffs gedacht. Ich bin mir nicht sicher, ob man es zum Einsturz bringen könnte."

Quelle: ntv.de, dsc/dpa/AFP

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