Politik

Trump: Regimewechsel ist erfolgtUSA wollen sich das iranische Uran holen

08.04.2026, 16:38 Uhr
00:00 / 03:15
Dieses-von-Maxar-Technologies-zur-Verfuegung-gestellte-Satellitenbild-vom-24-Juni-2025-zeigt-die-Tunneleingaenge-des-Isfahan-Nuclear-Technology-Center-im-Iran-nach-den-juengsten-Luftangriffen
Dieses Satellitenbild vom 24. Juni 2025 zeigt die Tunneleingänge des Isfahan Nuclear Technology Center im Iran: Wo und wie viel Uran noch in dem Land lagern, ist unklar. (Foto: picture alliance/dpa/Maxar Technologies)

Die USA deuten die Waffenruhe als eindeutigen Erfolg für sich. Obwohl die Ergebnisse anstehender Verhandlungen noch offen sind, schlägt die US-Regierung bereits Pflöcke ein und legt die Zukunft fest. Zentraler Punkt: Der Iran wird sein Uran hergeben. Egal wie.

Die USA werden nach den Worten ihres Präsidenten einerseits künftig mit dem Iran zusammenarbeiten, andererseits das unter Trümmern vergrabene angereicherte Uran des Landes bergen. Das schreibt Donald Trump auf Truth Social. Voraussetzung dafür sei der Regimewechsel im Iran, der aus seiner Sicht stattgefunden habe. Wie er diesen begründet, ist völlig offen. Der Sohn des zu Kriegsbeginn getöteten geistlichen Führers Ali Chamenei, Modschtaba, wird von vielen Experten als politisch extremer eingestuft, als sein Vater. Zudem wurde mit Ali Laridschani ein mächtiger Politiker getötet, der als Pragmatiker betrachtet wurde. Inwiefern mit der derzeitigen Führung möglich sein soll, was zuvor als unmöglich betrachtet wurde, ist völlig unklar.

Zum iranischen Uran schrieb Trump zweierlei. Zum einen wollen die USA das verschüttete Uran bergen. Wie das vonstattengehen soll, ist völlig unklar. Es ist offen, wo sich das Uran befindet. Sollte es verschüttet sein, wäre der Bergungsaufwand erheblich - und dies wäre keinesfalls aus der Ferne zu koordinieren. Sprich: Die USA müssten über längere Zeit im Land aktiv sein. Trump behauptet, das Gebiet, in dem das Uran verschüttet sei, stünde seit langem "unter strengster Satellitenüberwachung". US-Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte auf einer Pressekonferenz, dass die USA sich das Uran "holen" würden, soll der Iran es nicht aushändigen.

Zum Zweiten behauptete Trump, dass der Iran künftig auf die Anreicherung von Uran verzichten wolle. Genau dies hatten dessen Vertreter in Äußerungen zuletzt immer zurückgewiesen. In dem Zehn-Punkte-Plan, den der Iran den USA als Verhandlungsgrundlage vorgelegt hatte, heißt es zudem klar, dass der Iran Uran für sein Atomprogramm weiterhin anreichern dürfe. Zudem wird dort die Aufhebung aller Resolutionen der Internationalen Atomenergie-Organisation zum iranischen Atomprogramm gefordert. Inwiefern dies mit den Aussagen von Trump zusammenpasst, ist völlig unklar.

Allerdings verweist der US-Präsident in seinem Post auch nicht auf den 10-Punkte-Plan Teherans, sondern auf einen 15-Punkte-Plan. Einen solchen hatten die USA vor einigen Tagen als Grundlage für Verhandlungen vorgelegt. Trump behauptete ferner, dass vieler dieser Punkte, er nennt die Aufhebung von Zöllen und Sanktionen, bereits vereinbart seien. Dass dies in der Kürze der Zeit bereits geschehen ist, ist mehr als zweifelhaft.

Quelle: ntv.de, als/DJ/rts

Donald TrumpIranisches AtomprogrammUSAWaffenruheIranModschtaba ChameneiPete Hegseth