"Werden uns daran erinnern"Trump an Starmer: Brauchen eure Flugzeugträger nicht mehr

Das einst gute Verhältnis von Trump und Starmer leidet im Iran-Krieg massiv. Der Premierminister ändert nun zwar seinen Kurs in einer Frage, doch der US-Präsident ist immer noch sauer. Und auch aus den eigenen Reihen gibt es deutliche Kritik.
US-Präsident Donald Trump hat die aus seiner Sicht zu späte Bereitschaft zur Unterstützung durch den Verbündeten Großbritannien im Iran-Krieg kritisiert. Das Vereinigte Königreich, "unser einst großartiger Verbündeter", erwäge jetzt ernsthaft, zwei Flugzeugträger in den Nahen Osten zu verlegen, behauptete Trump auf seiner Plattform Truth Social.
"Das ist OK, Premierminister (Keir) Starmer, wir brauchen sie nicht mehr - aber wir werden uns daran erinnern." Man brauche keine Leute, die sich erst dann an Kriegen beteiligten, wenn sie bereits gewonnen seien, kritisierte Trump. Es wäre schön gewesen, die Flugzeugträger bereits vor zwei Wochen gehabt zu haben, ergänzte er später vor Journalisten.
Auch der frühere britische Premier Tony Blair rügte Starmer wegen dessen mangelnder Unterstützung für Trumps Krieg gegen den Iran. Blair sagte der "Daily Mail" zufolge: "Wir hätten Amerika von Anfang an unterstützen sollen." Angesichts der zunehmenden diplomatischen Spannungen zwischen London und Washington wegen des Konflikts warnte Blair seinen Nachfolger als Labour-Chef, als Verbündeter der USA, die einen unverzichtbaren Eckpfeiler der Sicherheit Großbritanniens darstellen, sollte man "besser erscheinen".
Wie die BBC jüngst mit Verweis auf eine Quelle im Verteidigungsministerium mitteilte, wurde die Bereitschaftszeit für den Flugzeugträger "HMS Prince of Wales" verkürzt. Eine Entscheidung über eine Verlegung in die Kriegsregion sei aber noch nicht getroffen worden.
Verteidigungsministerium zählt Hilfe auf
Zuletzt war auch bekannt geworden, dass US-Streitkräfte weitere Langstreckenbomber nach Großbritannien verlegt haben. Das Verteidigungsministerium in London bestätigte am Samstag, dass die USA britische Stützpunkte für "spezifische Verteidigungsoperationen" im Iran-Krieg nutzen. "Seit Beginn der Angriffe sind britische Kampfjets im Einsatz, um Drohnen abzuschießen, und wir haben zusätzliche Einheiten in die Region entsandt, um unsere Luftverteidigung weiter zu verstärken, darunter weitere Typhoons und Wildcat-Hubschrauber mit Drohnenabwehrraketen", sagte der Sprecher weiter.
Der Chef des britischen Militärs, Generalstabschef Sir Richard Knighton, wies am Samstag die Kritik zurück, Großbritannien sei auf den ausgebrochenen Konflikt im Nahen Osten schlecht vorbereitet gewesen. Er sagte, die HMS Dragon werde "in den nächsten Tagen ablegen, sobald sie Munition an Bord hat", ging aber nicht näher darauf ein, wann das Schiff das Mittelmeer erreichen würde.
Die Vorsitzende der Konservativen Partei, Kemi Badenoch, warf Starmer vor, er habe "zu viel Angst", in die Iran-Krise einzugreifen, da er befürchte, damit die Wähler der Linken, die sich der Grünen Partei zuwenden, weiter zu verprellen. Premierminister Starmer hatte erst mit Verzögerung die Genehmigung für die US-Nutzung britischer Stützpunkte erteilt - Trump hatte das scharf kritisiert. Unter der Woche hatte Starmer seinen Kurswechsel damit begründet, dass sich die Situation verändert und der Iran inzwischen Drohnen und Raketen auf Länder abgefeuert habe, die ihn nicht angegriffen haben.