Politik
Am 12. Juni wollen sich Donald Trump und Kim Jong Un in Singapur treffen.
Am 12. Juni wollen sich Donald Trump und Kim Jong Un in Singapur treffen.(Foto: AP)
Dienstag, 22. Mai 2018

Wille zur atomaren Abrüstung: Trump bescheinigt Kim ernste Absichten

Der US-Präsident glaubt, dass Nordkorea tatsächlich abrüsten will. Trump spricht von "sehr ernsten" Absichten in Pjöngjang. Dennoch könne das Treffen zwischen Kim und Trump noch platzen.

Nach den zuletzt schärferen Tönen zwischen Washington und Pjöngjang hat US-Präsident Donald Trump Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un eine echte Bereitschaft zum Verzicht auf sein Atomwaffenprogramm bescheinigt, zugleich aber eine Verschiebung seines Gipfeltreffens mit Kim nicht ausgeschlossen. "Ich denke, er meint es wirklich sehr ernst", sagte Trump bei einem Treffen mit dem südkoreanischen Staatschef Moon Jae In in Washington über Kim.

Wenn bestimmte Bedingungen nicht erfüllt seien, könne das in Singapur geplante Treffen jedoch auch ausfallen oder verschoben werden, sagte Trump. Die Wahrscheinlichkeit dafür sei groß. Dass der Gipfel wie geplant am 12. Juni in Singapur stattfindet, ist laut Trump aber nicht sicher. "Wenn es nicht passiert, passiert es vielleicht später", sagte der US-Präsident.

Grundsätzlich hielt er jedoch an seiner Vision einer Beendigung des Konflikts auf der koreanischen Halbinsel fest. "Im Moment blicken wir auf zwei Koreas", sagte Trump. "Mag sein, dass wir in der Zukunft auf ein Korea zurückkommen." In Gesprächen mit Kim werde er die persönliche Sicherheit des Machthabers garantieren. "Er wird sicher sein, er wird glücklich sein, sein Volk wird reich sein", sagte Trump. Wenn er in 50 Jahren zurückblicke, werde Kim sehr stolz auf das sein können, was er für Nordkorea getan habe, sagte Trump mit Blick auf ein mögliches Abkommen mit den USA.

Nach Wochen der plötzlichen Entspannung und des überraschenden Einlenkens von Pjöngjang hatte zuletzt Nordkorea wieder damit gedroht, die Begegnung platzen zu lassen. Als Grund wurden die US-Forderungen nach einer "einseitigen" Aufgabe des nordkoreanischen Atomprogramms genannt. US-Vizepräsident Mike Pence betonte in einem am Montag veröffentlichten Interview, es stehe "außer Frage", dass Trump aus dem Dialog mit Nordkorea aussteige, wenn dieser keine Ergebnisse zeitige.

Washington fordert die vollständige und unumkehrbare atomare Abrüstung Nordkoreas und bietet im Gegenzug wirtschaftliche Hilfen an. Das asiatische Land ist international weitgehend isoliert und liegt wirtschaftlich am Boden, auch wegen der jahrelangen UN-Sanktionen.

Quelle: n-tv.de