Politik

Macron schickt SoldatenTrump bleibt bei seinem Anspruch auf Grönland

15.01.2026, 01:49 Uhr
00:00 / 04:19
President-Donald-Trump-speaks-in-the-Oval-Office-of-the-White-House-Wednesday-Jan-14-2026-in-Washington-before-signing-a-bill-that-returns-whole-milk-to-school-cafeterias-across-the-country
"Es wird sich etwas finden": Trump im Oval Office. (Foto: AP)

Der Grönland-Gipfel im Weißen Haus endet im Dissens, doch US-Präsident Trump will nicht aufgeben. Allerdings scheint er ratlos, wie er in den Besitz der Arktis-Insel kommen könnte. Derweil erhalten die ersten französischen Soldaten ihren Marschbefehl.

US-Präsident Donald Trump hat seine Forderung nach einer Übernahme Grönlands durch die USA bekräftigt und Dänemark die Fähigkeit zur Verteidigung der Insel abgesprochen. "Ich denke, es wird sich etwas finden", sagte Trump nach dem ergebnislosen Grönland-Gipfel im Weißen Haus vor Journalisten. "Grönland ist sehr wichtig für die nationale Sicherheit, einschließlich der dänischen", erläuterte er. "Und das Problem ist, dass es überhaupt nichts gibt, was Dänemark dagegen tun kann, wenn Russland oder China Grönland besetzen wollen, aber es gibt alles, was wir tun können", sagte Trump. "Das haben Sie letzte Woche bei Venezuela gemerkt."

Derweil entsenden europäische Länder auf Anfrage Dänemarks Soldaten nach Grönland. Auch Frankreich beteiligt sich daran. Präsident Emmanuel Macron schrieb auf der Plattform X, die ersten Militärangehörigen seien unterwegs. "Weitere werden folgen." Das weitgehend autonome Grönland gehört zum Staatsgebiet Dänemarks, einem Nato-Mitglied. Trump will die riesige Arktis-Insel jedoch den USA einverleiben.

Auf die Drohungen ging Macron nach Angaben einer Regierungssprecherin in einer Sitzung ein. Wenn die Souveränität eines europäischen und verbündeten Landes berührt würde, wären die daraus folgenden Konsequenzen beispiellos, sagte Macron demnach. Frankreich verfolge die Situation mit größter Aufmerksamkeit und werde seine Maßnahmen in voller Solidarität mit Dänemark und seiner Souveränität ergreifen. Macron sprach von "gemeinsamen Übungen", die Dänemark organisiert habe und die unter dem Namen "Operation Arctic Endurance" (auf Deutsch etwa: "Einsatz Arktische Ausdauer") liefen. Auch Schweden und Norwegen haben ihre Teilnahme zugesagt.

Pistorius schickt 13 Bundeswehrsoldaten

Das deutsche Verteidigungsministerium hatte zuvor ebenfalls angekündigt, Soldaten zu entsenden, und hatte von einer "Erkundung" gesprochen, um Rahmenbedingungen für mögliche militärische Beiträge zur Unterstützung Dänemarks bei der Gewährleistung der Sicherheit in der Region auszuloten. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wird die Bundeswehr am heutigen Donnerstag ein Transportflugzeug mit 13 Bundeswehrangehörigen nach Nuuk entsenden. Auf Einladung Dänemarks werde sich Deutschland vom 15. bis zum 17. Januar gemeinsam mit weiteren europäischen Nationen an einer Erkundung in Grönland beteiligen, hieß es.

Die Grünen begrüßten die Entsendung eines Erkundungsteams der Bundeswehr nach Grönland. "Das ist ein starkes Symbol", sagte Verteidigungsexpertin Sara Nanni der "Rheinischen Post". Die Gespräche in Washington hätten nicht dazu geführt, dass US-Präsident Trump seine Gebietsansprüche aufgebe. Bundeskanzler Friedrich Merz müsse klarmachen, dass es Konsequenzen für die USA hätte, wenn diese weiter am Zusammenhalt in der Nato zündelten, indem sie die territoriale Integrität eines Mitgliedsstaates infrage stellten.

Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im EU-Parlament, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, sagte der "Rheinischen Post": "Dies ist genau die richtige europäische Initiative, um dem Weißen Haus unmissverständlich klarzumachen, dass wir an der Seite Grönlands beziehungsweise Dänemarks stehen", sagte die FDP-Politikerin. Der verteidigungspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Thomas Erndl von der CSU, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Damit zeigen die Europäer einerseits, dass sie die Sicherheitsbedenken der USA adressieren, und andererseits, dass jede nicht abgesprochene Aktion des US-Präsidenten eine unmögliche Situation hervorrufen würde."

Quelle: ntv.de, mau/rts/dpa

BundeswehrEmmanuel MacronDonald TrumpGrönlandDänemark