Politik

US-Truppenabzug bestätigt Trump erhebt schwere Vorwürfe gegen Deutschland

Nach tagelangen Spekulationen kommt diese Nachricht nicht überraschend: US-Präsident Trump will nach eigenen Angaben die Zahl der in Deutschland stationierten US-Soldaten auf 25.000 senken. Solange die Bundesrepublik nicht mehr Geld in die Nato einzahle, würden Truppen abgezogen.

US-Präsident Donald Trump bestätigt, die Zahl der in Deutschland stationierten US-Soldaten auf 25.000 senken zu wollen. Trump begründete das damit, dass Deutschland zu wenig für die Verteidigung ausgebe: Die Bundesregierung schulde der Nato "Milliarden von Dollar", sagte der Präsident. Außerdem behandle Deutschland die USA beim Handel "sehr schlecht". Trump sagte, derzeit seien 52.000 US-Soldaten in Deutschland stationiert. "Das sind riesige Kosten für die USA." Die Zahl werde deswegen auf 25.000 Soldaten gesenkt.

Für gewöhnlich sind in Deutschland allerdings nur rund 35.000 US-Soldaten stationiert. Laut Pentagon waren es Ende März genau 34.674. Hinzu kommen Tausende zivile Mitarbeiter der US-Streitkräfte und des Verteidigungsministeriums. Die Zahl der US-Soldaten kann sich rund um Großmanöver wie der im März wegen der Corona-Krise unterbrochenen Übung "Defender Europe 2020" ändern.

Trump hat Deutschland wiederholt vorgeworfen, nicht genug für die Verteidigung auszugeben. Der Präsident drängt die europäischen Nato-Verbündeten seit Jahren zu deutlich höheren Militärausgaben. Die Nato-Staaten haben als Ziel ausgegeben, zwei Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für Verteidigung auszugeben. Deutschland ist weit von diesem Ziel entfernt: 2019 lag der Anteil bei 1,38 Prozent.

Trump: Deutschland profitiert

Trump spricht deswegen immer wieder davon, dass Deutschland der Nato Geld schulde - obwohl Nato-Beiträge und Verteidigungsausgaben zwei verschiedene Dinge sind. Deutschland befinde sich im "Zahlungsrückstand", sagte der US-Präsident am Montag. "Sie schulden der Nato Milliarden von Dollar, und sie müssen sie zahlen. Wir schützen Deutschland, und sie sind im Zahlungsrückstand. Das ergibt keinen Sinn." Deutschland profitiere zudem von den im Land stationierten US-Soldaten, führte Trump aus. "Das sind gut bezahlte Soldaten. Sie leben in Deutschland, sie geben in Deutschland riesige Mengen an Geld aus."

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Auch beim Handel erhebt Trump regelmäßig Vorwürfe gegen Deutschland. Er wirft Deutschland - und vielen anderen Ländern - unfaire Handelspraktiken vor. "Wir verhandeln mit ihnen darüber, aber ich bin derzeit nicht zufrieden mit dem Deal, den sie machen wollen", sagte der Präsident.

Mehrere Medien hatten Anfang Juni berichtet, Trump wolle bis September 9500 US-Soldaten aus Deutschland abziehen. Die US-Regierung informierte Deutschland in der Folge grundsätzlich über derartige Überlegungen, ließ die Bundesregierung aber über Details im Unklaren.

Kritiker werfen Trump vor, die Beziehungen zu den europäischen Bündnispartnern zu schwächen - und das in einer Zeit, in der Russland unter Präsident Wladimir Putin international immer aggressiver auftritt.

Quelle: ntv.de, bad/vpe/AFP