Politik

Von Deutschland in den Osten? Trump erwägt Truppenverlegung nach Polen

Als Schutz vor Russland wirbt die polnische Regierung für die Stationierung weiterer US-Truppen im Land. Präsident Trump zeigt sich nicht abgeneigt und kann sich eine Verlegung von 2000 zusätzlichen Soldaten vorstellen. Davon betroffen könnten auch in Deutschland stationierte Einheiten sein.

US-Präsident Donald Trump erwägt die Verlegung amerikanischer Truppen von Deutschland nach Polen. Trump sagte bei einem Treffen mit dem polnischen Präsidenten Andrzej Duda in Washington, es sei geplant, die US-Truppenpräsenz in Polen zu erhöhen. Im Gespräch seien 2000 zusätzliche Soldaten. Gleichzeitig gab er bekannt, Polen werde mehr als 30 US-Kampfflugzeuge des Typs F-35 kaufen.

Eine abschließende Entscheidung über die Truppenaufstockung sei aber noch nicht gefallen, sagte Trump. Er betonte, es würden keine zusätzlichen Truppen nach Europa geschickt, sondern es gehe darum, innerhalb Europas Truppen zu verlegen - aus Deutschland oder von anderen Orten. Derzeit seien 52.000 US-Soldaten in Deutschland stationiert, sagte Trump. Wie der Präsident auf diese Zahl kam, war zunächst unklar. Tatsächlich sind rund 35.000 US-Soldaten hierzulande stationiert.

Seine Kritik am deutschen Verteidigungsbudget wiederholte der US-Präsident. Deutschland komme seinen Verpflichtungen innerhalb der Nato mit Blick auf die Verteidigungsausgaben nicht nach, beklagte er. "Deutschland steht bei einem Prozent, sie sollten bei zwei Prozent sein." Gemeint ist der Anteil der Militärausgaben am deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP). Polen dagegen halte sich an Absprachen, lobte Trump.

Duda würde US-Basis "Fort Trump" nennen

Derzeit sind 4000 US-Soldaten in Polen stationiert. Die dortige Regierung wirbt seit Längerem darum, die amerikanischen Truppen dort aufzustocken. Viele Polen sehen in den USA die Schutzmacht gegen eine russische Bedrohung, die an der Ostflanke der Nato seit Beginn der Ukrainekrise besonders stark wahrgenommen wird.

Duda hatte auch eine permanente US-Militärbasis in seinem Land ins Gespräch gebracht, die er dem US-Präsidenten zu Ehren den Namen "Fort Trump" geben will. Trump ließ offen, ob es dazu kommen wird. "Wir haben nichts abschließend festgelegt", sagte er. Polen wolle eine militärische Einrichtung von "Weltklasse" errichten, sagte Trump. Auf die Frage nach dem Namen dafür sagte er: "Das ist ihre Entscheidung. Sie können es nennen, wie sie wollen."

Bei dem Treffen mit Duda erneuerte Trump auch seine Kritik an der Pipeline Nord Stream 2, die russisches Gas durch die Ostsee nach Deutschland transportieren soll. Deutschland mache sich dadurch zur "Geisel Russlands", sagte er. Der US-Präsident kritisierte, dass Deutschland sich von den USA vor Russland schützen lasse, während Russland gleichzeitig für die Gaslieferungen "Milliarden und Abermilliarden von Dollar" von Deutschland bekomme. Nord Stream 2 soll unter Umgehung von Polen und der Ukraine Gas von Russland nach Deutschland liefern. Trump und Duda lehnen die Pipeline ab, an der die Bundesregierung jedoch festhält.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa/AFP

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