Politik

US-Präsident zum Fall Nawalny Trump fordert Beweise für Vergiftung

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Trump hat sich im Fall Nawalny bisher auffallend zurückgehalten.

(Foto: AP)

Donald Trump rühmt sich seiner guten Beziehungen zu Russland und reagiert zurückhaltend auf den Fall des Kreml-Kritikers Nawalny. Eine Vergiftung sei "tragisch" und "schrecklich" - aber auch noch nicht erwiesen.

Die US-Regierung hat nach Worten von Präsident Donald Trump noch keine Beweise für eine Vergiftung von Alexej Nawalny gesehen, zweifelt aber nicht an Deutschlands Erkenntnissen. "Ich weiß nicht genau, was passiert ist. Es ist tragisch, furchtbar, wir haben noch keine Beweise gesehen, aber werden es uns anschauen", sagte Trump am Freitag bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus zum Fall des russischen Oppositionspolitikers.

Trump hielt sich mit Kritik an Moskau zurück und betonte stattdessen, er habe eine gute Beziehung zum russischen Präsidenten Wladimir Putin. Die laufenden Verhandlungen mit Moskau über die Kontrolle von Atomwaffen seien wichtiger als alle anderen Themen. "Das ist die wichtigste Sache", sagte Trump.

Die Bundesregierung sieht es als erwiesen an, dass Nawalny mit dem Nervenkampfstoff Nowitschok vergiftet wurde. Der Kreml-Kritiker war auf einem Flug in seiner Heimat plötzlich ins Koma gefallen und wird auf Drängen seiner Familie in Berlin behandelt. "Davon ausgehend, was Deutschland sagt, scheint das der Fall zu sein", sagte Trump zu einer Nowitschok-Vergiftung Nawalnys. "Ich wäre sehr verärgert, wenn das der Fall ist."

Zuvor hatte sich das US-Außenministerium gegenüber Russland "tief besorgt" geäußert. Ein Einsatz einer solchen chemischen Waffe durch Russland wäre ein klarer Verstoß gegen die Verpflichtungen im Rahmen der Chemiewaffenkonvention, erklärte das Ministerium. Das habe Vize-Außenminister Stephen Biegun dem russischen Botschafter in den USA, Anatoliy Antonow, mitgeteilt. Biegun habe Russland aufgefordert, bei der Aufklärung des Falles voll und ganz mit der internationalen Gemeinschaft zusammenzuarbeiten. Auch die Nato rief Russland zur Kooperation auf.

Russland bestreitet, in die Vergiftung des 44 Jahre alten Politikers verwickelt zu sein. Trump erneute seine Kritik am Pipeline-Projekt Nord Stream 2. Er verstehe nicht, wieso Deutschland mit Russland Geschäfte mache und zugleich Sanktionen gegen Moskau verhänge und dann noch von den USA erwarte, militärisch gegen das Land geschützt zu werden. Auch in Deutschland gibt es inzwischen Politiker, die das Projekt wegen der Vergiftung Nawalnys kritisch sehen und beenden wollen.

Quelle: ntv.de, ino/dpa/rts