Politik

Nawalny-Vertrauter dankt Berlin "Nowitschok ist Putins Lieblingsgift"

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In der Berliner Uniklinik Charité wird Putins Erzfeind Nawalny nach der Giftattacke behandelt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Während die Welt über den Giftanschlag auf Nawalny empört ist und Wirtschaftssanktionen debattiert, wünscht sich der Vertraute des Kreml-Kritikers eine ganz einfache Reaktion: Kein Staatschef solle dem russischen Präsidenten Putin jemals wieder die Hand geben. Das sei nämlich einfach zu gefährlich.

Nach dem versuchten Mord an dem russischen Oppositionellen Alexander Nawalny hat sein enges Umfeld mit Überraschung auf das verwendete Gift reagiert. Das Nervengift Nowitschok sei wie eine Unterschrift des russischen Präsidenten Wladimir Putin, sagte Nawalnys Vertrauter Leonid Wolkow im Interview mit ntv. Wörtlich sagte Wolkow: "Es war ein richtiger Schock. Wir haben nie daran gezweifelt, dass er vergiftet wurde. Aber die Tatsache, dass sie Herrn Putins Lieblingsgift, das wie eine Unterschrift von ihm ist, benutzt haben, ist nach wie vor eine große Überraschung."

Nawalnys Vertrauter bedankte sich für die Rolle Deutschlands bei der Rettung des Kreml-Kritikers. Zugleich zweifelte er daran, dass die Behandlung von Nawalny in der Berliner Charité ohne den großen internationalen Druck zustande gekommen wäre. "Deutschland hat uns enorm mit dem Transport geholfen und mit all den Formalitäten. Und natürlich auch, indem Deutschland von Russland verlangt hat, dass Alexej Nawalny nach Deutschland ausgeflogen werden darf. Wir sind dafür wahnsinnig dankbar", sagte Wolkow.

Der Hoffnung auf eine unabhängige Untersuchung in Russland erteilte Wolkow eine klare Absage: "Putin hat schon so viele Verbrechen begangen und wurde dafür nicht zur Verantwortung gezogen. Ich glaube nicht, dass es unabhängige Untersuchungen in Russland geben wird. Aber natürlich ist es gut, dass westliche Staatschefs sich sehr deutlich und in einer klaren Sprache äußern."

Wolkow zeigte sich überzeugt davon, dass eine Aufklärung nur ohne Putin möglich sei. Sicher sei auch, dass Putin von dem Anschlag Kenntnis hatte: "Wir wissen, wer hinter der Attacke auf Alexej Nawalny steckt: Putin! Eine Attacke auf dieser Ebene und mit dieser Koordination kann nicht ohne Genehmigung von Putin stattfinden. Aber natürlich wollen wir wissen: Wie genau ist es abgelaufen? Wie war die Befehlskette? Und irgendwann werden wir das auch wissen, aber erst, nachdem Putins Herrschaft vorbei ist."

Neben rechtlichen und politischen Konsequenzen verlangte Nawalnys Vertrauter von der internationalen Gemeinschaft auch eine moralische Antwort: "Ich wünsche mir, dass kein ausländischer Staatschef Putin je wieder die Hand gibt. Es ist auch einfach gefährlich."

Quelle: ntv.de, mau