Politik

Nach dem Attentat von Orlando Trump fordert Obamas Rücktritt

Für Donald Trump ist klar: Das Attentat in Orlando ist dem "radikalen Islam" zuzuschreiben. US-Präsident Barack Obama wählt in seiner Erklärung diplomatischere Worte. Für den Präsidentschaftskandidaten Grund genug, Obama den Rücktritt nahezulegen.

Der US-Republikaner Donald Trump hat Präsident Barack Obama nach dem Anschlag auf einen Nachtclub in Florida zum Rücktritt aufgefordert. Der voraussichtliche republikanische Präsidentschaftskandidat begründete die Forderung in einer Erklärung mit einem Versäumnis Obamas, die Verantwortung für den Anschlag klar dem "radikalen Islam" zuzuschreiben.

80840215.jpg

"Wenn wir jetzt nicht mit Härte und Klugheit reagieren, werden wir bald kein Land mehr haben", warnte er.

(Foto: picture alliance / dpa)

Trump nahm das Attentat zum Anlass, seine Forderung nach einem Einreiseverbot für Muslime in die USA zu bekräftigen. "Wenn wir jetzt nicht mit Härte und Klugheit reagieren, werden wir bald kein Land mehr haben", warnte er. Trump kündigte für Montag eine Rede zum Thema nationale Sicherheit an. Er wirft der US-Regierung seit Längerem vor, die Gefahren durch radikalislamische Aktivisten zu verharmlosen.

*Datenschutz

Bei einer Geiselnahme und Schießerei in einem Nachtclub in Florida waren zuvor Behördenangaben zufolge mindestens 50 Menschen getötet und 53 weitere verletzt. Der schwer bewaffnete Schütze, der laut Bundespolizei FBI früher Sympathien für die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat gezeigt hatte, schoss am frühen Sonntagmorgen in dem Schwulenclub "Pulse" um sich und nahm Geiseln. Ein Spezialkommando der Polizei beendete die Geiselnahme, dabei wurde der Angreifer getötet. Es handelt sich um den schlimmsten Gewaltakt in den USA seit den Anschlägen vom 11. September 2001.

Behörden rufen zu Blutspenden auf

Inzwischen wurde in Orlando und dem Bezirk Orange wurde der Ausnahmezustand erklärt. Damit können schneller Bundesmittel für die Ermittlungen in die Stadt gelangen. Floridas Senator Marco Rubio und Behördenvertreter riefen zu Blutspenden auf. Schon kurz darauf bildeten sich an mehreren Orten der Stadt lange Schlangen Tausender spendenbereiter Bürger.

In mehreren Städten, auch in Washington, wurden die Sicherheitsvorkehrungen für am Sonntag geplante Schwulen-Paraden im Zuge des "Gay Pride Month" Juni verschärft. Im kalifornischen Santa Monica nahm die Polizei einen Mann mit Gewehren, Munition und verdächtigen Chemikalien in seinem Auto fest. Der Mann habe den Beamten gesagt, er habe bei einer großen Schwulen-Parade in Los Angeles "Schaden anrichten" wollen, hieß es. Ein Zusammenhang mit dem verheerenden Anschlag in Orlando wurde den Ermittlern zufolge nicht festgestellt.

Quelle: ntv.de, jki/AFP/dpa