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Begegnung mit Putin: Der russisch-amerikanische Gipfel findet wie geplant statt, sagt Trumps Sprecherin Sanders (Archivbild).
Begegnung mit Putin: Der russisch-amerikanische Gipfel findet wie geplant statt, sagt Trumps Sprecherin Sanders (Archivbild).(Foto: AP)
Samstag, 14. Juli 2018

Demokraten fordern Absage: Trump hält am Gipfel mit Putin fest

Kurz vor dem ersten Aufeinandertreffen von US-Präsident Trump und Kremlchef Putin wirft die Aufarbeitung russischer Verstrickungen in den US-Wahlkampf dunkle Schatten auf die Begegnung. Trumps Sprecherin Sanders sieht keine Gründe für eine Planänderung.

Das Weiße Haus hält trotz der US-Anklage gegen zwölf russische Geheimdienstmitarbeiter wegen Hackerangriffen während des Präsidentschaftswahlkampfs an dem geplanten Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Russlands Staatschef Wladimir Putin fest. Das mit Spannung erwartete Treffen am Montag in Helsinki werde wie geplant stattfinden, erklärte Trumps Sprecherin Sarah Sanders.

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Zuvor hatten mehrere Kongressabgeordnete, darunter der Demokrat Chuck Schumer, eine Absage des Gipfeltreffens gefordert. Die Oppositionsführerin in Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, sprach wörtlich sogar von einem "tiefgreifenden Verrat der Verfassung und unserer Demokratie", sollte sich Trump nicht gegen Putin behaupten.

Wie kurz vor dem Wochenende bekannt wurde, stellt die US-Justiz die zwölf Mitarbeiter des russischen Militärgeheimdienstes GRU wegen der Hackerangriffe während des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2016 formell unter Anklage. Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, E-Mails und Dokumente von Computern der Demokratischen Partei sowie der Wahlkampagne von deren Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton gestohlen zu haben, wie aus der am Freitag veröffentlichten Anklageschrift hervorgeht.

Die russischen Agenten organisierten demnach auch den Zeitplan der Veröffentlichung der internen Materialien. Dabei sei es darum gegangen, eine größtmögliche "Auswirkung auf die Wahl" zu erzielen, sagte Vizejustizminister Rod Rosenstein. Durch die Cyberangriffe war politisch heikler interner E-Mail-Verkehr ans Licht gekommen, was für Clinton im Wahlkampf äußerst unangenehm war und ihr möglicherweise wichtige Stimmen gekostet haben könnte.

"Russland, falls ihr zuhört ..."

Heikel für den amtierenden US-Präsidenten könnten indirekte Bezüge ins Trump-Lager werden. Wie die "New York Times" berichtet, starteten die Masse der russischen Attacken auf die E-Mail-Server der Demokraten einen Tag, nachdem Trump Russland öffentlich dazu aufgerufen hatte, Hillary Clintons Mailverkehr aufzudecken.

"Russland, falls ihr zuhört, ich hoffe, ihr seid in der Lage die verschollenen E-Mails zu finden", zitiert die Zeitung Trumps Worte aus dem Juli 2016. Beobachter hatten den per Twitter und bei einer Pressekonferenz verbreiteten Aufruf damals überwiegend als hemdsärmeligen Scherz verstanden.

Die jetzt erhobenen Anklagen gehen auf die Untersuchungen des Sondermittlers Robert Mueller zurück, der seit Mai 2017 die mutmaßlichen russischen Interventionen im Wahlkampf und eine mögliche Verwicklung von Mitarbeitern des heutigen Präsidenten Donald Trump in diese Einmischungen untersucht. Die jetzt gegen die zwölf russischen Geheimdienstleute erhobenen Anklagen enthalten jedoch keinerlei Hinweise darauf, heißt es, dass sie mit Trump-Mitarbeitern in direkter Verbindung gestanden haben könnten.

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Quelle: n-tv.de