Politik

"Eine der dümmsten Ideen" Trump irritiert mit Cyber-Allianz mit Putin

Am Rande des G20-Gipfels trifft US-Präsident Trump den russischen Staatschef Putin. Dabei bespricht er nach eigenen Angaben auch eine möglich Kooperation gegen Wahlmanipulationen im Netz. Führende Republikaner in Washington sind fassungslos.

US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin den Aufbau einer gemeinsamen Sondereinheit zur Abwehr von Wahlmanipulation im Netz erörtert. "Putin und ich haben darüber gesprochen, eine undurchdringbare Einheit für Sicherheit im Internet zu bilden", erklärte Trump nach seiner ersten Begegnung mit Putin beim G20-Gipfel in Hamburg.

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Wahlfälschungen und viele andere negative Dinge könnten durch das Vorhaben abgewehrt werden, erklärte Trump. Er zog zugleich eine positive Bilanz seines Treffens mit Putin am Freitag: "Es ist an der Zeit, zu einer konstruktiven Zusammenarbeit mit Russland voranzuschreiten." Er habe Putin zweimal gedrängt, zu möglichen Einflussnahmen Stellung zu nehmen. "Er hat das vehement abgestritten", so Trump.

Zurückhaltender äußerte sich US-Außenminister Rex Tillerson: Die Frage der möglichen Beeinflussung der US-Wahl bleibe ein Hindernis für eine Verbesserung der Beziehungen, sagte er.

In den USA gehen derzeit mehrere Gremien dem Verdacht nach, Russland habe durch das Ausspionieren vertraulicher Daten die US-Präsidentenwahl beeinflusst. Zudem geht es um die Frage, ob es geheime Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Vertretern der Moskauer Regierung gab. Trump weist dies ebenso zurück wie Russland die Einmischung in den Wahlkampf.

Wahlurnen gleich nach Moskau schicken?

Trumps Idee einer Cyber-Sicherheitsallianz mit den Russen löste in Washington Unbehagen aus - auch in den eigenen Reihen. Ein solcher Vorschlag komme der Idee gleich, ein Bündnis mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad im Kampf gegen Chemiewaffen zu schmieden, erklärte Senator Marco Rubio auf Twitter. Rubio betonte, dass Putin niemals ein verlässlicher Partner der USA sein könne - auch wenn man sich aus pragmatischen Gründen auf ihn einlassen müsse.

Senator Lindsey Graham erklärte auf NBC, Trumps Nachsichtigkeit mit Russland bestärke ihn noch im Kampf für härtere Sanktionen. Die gemeinsame Cyber-Einheit sei "nahe dran an der dümmsten Idee", die er je gehört habe.

Senator John McCain sagte dem TV-Sender CBS sarkastisch: "Ich bin sicher, dass Wladimir Putin eine große Hilfe dabei sein kann - schließlich hat er die Hackerangriffe ja gemacht."

Auch der führende Demokrat im Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses, Adam Schiff, kritisierte Trumps Vorschlag. Wenn dies der beste Plan zum Schutz des Votums sei, könnten die USA ihre Wahlurnen auch gleich per Post nach Moskau schicken, sagte er auf CNN.

Quelle: ntv.de, jog/rts/AFP