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Mutmaßliche Bomben an Demokraten Trump ist "extrem sauer" über Pakete

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"Wir müssen zusammenhalten", betonte US-Präsident Donald Trump.

(Foto: picture alliance/dpa)

Kritiker werfen Donald Trump vor, mit seinen Tiraden gegen politisch Andersdenkende die Spaltung der US-Gesellschaft voranzutreiben. Doch angesichts mehrerer Pakete mit mutmaßlich explosiven Stoffen fordert der US-Präsident: "Wir müssen zusammenhalten."

US-Präsident Donald Trump hat den Versand mehrerer mutmaßlicher Paketbomben an Politiker der Demokraten verurteilt und zu Zusammenhalt in der amerikanischen Gesellschaft aufgerufen. Politische Gewalt habe keinen Platz in den USA, sagte Trump in Washington. "Wir müssen zusammenhalten", betonte der Präsident, der sich selbst regelmäßig mit heftigen Attacken auf die oppositionellen Demokraten und deren Führungsfiguren hervortut. Kritiker werfen ihm vor, die Spaltung in der US-Gesellschaft dadurch weiter voranzutreiben.

Kurz vor den Kongresswahlen, die Anfang November in den USA anstehen, hatte der Fund mehrerer Pakete mit potenziellen Sprengsätzen an prominente Politiker für Aufruhr gesorgt. Der Secret Service fing zwei solcher Pakete ab, die an den früheren demokratischen US-Präsidenten Barack Obama und die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton adressiert waren. Niemand kam durch die Sprengsätze mit unbekanntem Absender zu Schaden.

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Kurz darauf wurde nach dem Fund eines solchen Pakets auch ein großes Bürogebäude in New York geräumt, in dem unter anderem der US-Fernsehsender CNN seinen Sitz hat. Weitere Politiker der oppositionellen Demokraten erhielten solche Pakete. Ermittler vermuten, dass sie vom gleichen Absender stammen.

Trump: Wir werden das aufklären

Nach Angaben der Polizei enthielt die Sendung an CNN eine Metallröhre mit Drähten und einen Briefumschlag mit weißem Pulver. Konkret war die potenziell gefährliche Lieferung an den ehemaligen Direktor des Auslandsgeheimdienstes CIA, John Brennan, adressiert. Er arbeitet als Experte für CNN und ist ein scharfzüngiger Trump-Kritiker. Die Polizei entsandte nach eigenen Angaben ein Einsatzteam - darunter Experten für die Bombenentschärfung - zum Time-Warner-Gebäude im Stadtteil Manhattan, wo die CNN-Büros untergebracht sind.

"Jegliche Akte der politischen Gewalt gehören nicht in die Vereinigten Staaten von Amerika", sagte Trump. "Wir sind extrem sauer, traurig und unglücklich über das, was wir heute Vormittag erlebt haben - und wir werden das gründlich aufklären." Die Urheber dieser "verabscheuungswürdigen Taten" würden zur Rechenschaft gezogen. Die Pakete würden nun eingehend untersucht. Die Ermittlungen seien im Gange. Die Behörden täten alles Erdenkliche, um die Verantwortlichen aufzuspüren.

Unter den Adressaten der mutmaßlichen Sprengsätze war auch der Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo. Er gehört wie Obama und Clinton der Demokratischen Partei an. Auch nahe des Büros der früheren Parteivorsitzenden der Demokraten, Debbie Wasserman Schultz, im Bundesstaat Florida, wurde ein potenziell gefährliches Paket gefunden. Sie sollte später am Tag mit Clinton bei einer Wahlkampfveranstaltung anlässlich der Kongress- und Gouverneurswahlen in den USA in zwei Wochen auftreten.

Wahlkampf in polarisierter Atmosphäre

Clinton bezeichnete die mutmaßlichen Sprengsätze als Ausdruck der "beunruhigenden Zeiten", welche die USA durchmachten. Das Land sei durch "tiefe Spaltungen" geprägt. Es müsse jetzt alles getan werden, um die Menschen wieder zusammenzubringen, sagte die ehemalige Präsidentschaftskandidatin.

Wie schon der Präsidentschaftswahlkampf 2016 laufen auch die derzeitigen Kampagnen in extrem polarisierter Atmosphäre ab. Clinton nimmt wie Obama aktiv am aktuellen Wahlkampf der Demokraten teil.

Bereits am Montag war ein mutmaßlicher Sprengsatz im Briefkasten des Milliardärs George Soros in Bedford, einem Vorort von New York, gefunden worden. Der aus Ungarn stammende Soros ist ein Unterstützer der US-Demokraten und wird von Rechtspopulisten in den Vereinigten Staaten wie auch seinem Herkunftsland heftig attackiert. Trump hatte Soros kürzlich ohne Präsentation irgendwelcher Belege bezichtigt, Proteste gegen den neuen US-Verfassungsrichter Brett Kavanaugh finanziert zu haben.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/AFP

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