Politik

"Russland, mach' Dich bereit" Trump kündigt Syrienangriff an

Als Reaktion auf den mutmaßlichen Giftgaseinsatz des syrischen Regimes in Duma droht Donald Trump mit amerikanischen Vergeltungsschlägen. Nachdem ein russischer Botschafter dem US-Präsidenten Kontra gibt, schreitet der auf Twitter zur Tat.

US-Präsident Donald Trump hat als Vergeltung für den mutmaßlichen Giftgaseinsatz in Duma einen Raketenangriff auf Syrien angekündigt. "Russland hat geschworen, alle Raketen abzuschießen, die auf Syrien abgefeuert werden. Mach' Dich bereit, Russland, denn sie werden kommen (...)", twitterte Trump. "Russland sollte nicht Partner eines mit Gas tötenden Tieres sein, das sein Volk tötet und es genießt."

*Datenschutz

In einem zweiten Tweet bezeichnete Trump die Beziehungen zu Russland wenig später als historisch schlecht - "den Kalten Krieg eingeschlossen". "Es gibt keinen Grund dafür", so der US-Präsident. "Lasst uns das Wettrüsten stoppen?"

Russland mahnte den US-Präsidenten nach dessen Twitter-Drohung zur Vorsicht. Die Geschosse sollten in Richtung Terroristen und nicht auf rechtmäßige Regierungen fliegen, erklärte das Außenministerium in Moskau. Der Einsatz "intelligenter Raketen" könne ein Versuch sein, Beweise für einen mutmaßlichen Angriff mit Chemiewaffen in Syrien zu zerstören.

Kriegsschiffe als Angriffsziele?

Trumps Drohung war ein Interview des russischen Botschafters im Libanon vorausgegangen. Er hatte am Dienstagabend seinerseits mit Vergeltungsschlägen gedroht, sollte das US-Militär Syrien mit Raketen angreifen. "Wenn es einen Angriff der Amerikaner geben sollte, dann würden die Raketen abgeschossen", sagte Botschafter Alexander Sasypkin dem Hisbollah-Fernsehsender al-Manar. Es würden aber auch Abschussvorrichtungen angegriffen, von denen aus die Raketen abgefeuert würden, sagte er unter Berufung auf eine Erklärung des russischen Präsidenten Wladimir Putin und des russischen Armeechefs. Damit wären auch US-Kriegsschiffe in der Region potenzielle Angriffsziele, sollten sie Marschflugkörper abfeuern. Damit würde eine direkte Konfrontation der beiden Atommächte drohen.

Neben den USA hat auch Frankreich Kriegsschiffe mit Marschflugkörpern in Schussweite von Syrien positioniert. Trump hat geschworen, Russland und den Iran zu bestrafen, wenn die USA zu dem Schluss kommen, dass sie beim Gasangriff geholfen haben, der mehr als 40 Menschen, einschließlich Frauen und Kinder, getötet hat.

Noch am Vortag hatte der russische Vize-Außenminister Michail Bogdanow die Gefahr einer militärischen Konfrontation als gering bezeichnet. Er erklärte, es gebe auf Arbeitsebene Kontakte zwischen Vertretern beider Mächte wegen Syrien. Er glaube, dass sich der gesunde Menschenverstand durchsetzen werde.

Im April 2017 hatten die USA als Reaktion auf einen mutmaßlichen Giftgas-Angriff auf die von Rebellen gehaltene Stadt Chan Scheichun von zwei Kriegsschiffen im Mittelmeer aus einen syrischen Luftwaffenstützpunkt mit Marschflugkörpern beschossen.

Quelle: n-tv.de, chr/rts/DJ/dpa