Politik

Gespräch mit Premier Trump kündigt mehr Militärhilfe für Irak an

RTX9VP7.jpg

Ein Soldat der US-Armee während einer Hausdurchsuchung in der Zeit der Besatzung.

(Foto: REUTERS)

Im Wahlkampf hat Donald Trump stets seine friedlichen Absichten betont. Er wolle die US-Truppen nach Hause holen. Der irakische Regierungschef berichtet jetzt allerdings von überraschenden Zugeständnissen Trumps.

Der irakische Premierminister Haider al-Abadi erwartet vom neu gewählten US-Präsidenten eine wachsende militärische Unterstützung für sein Land. Anders als im Wahlkampf mehrfach betont, habe Donald Trump in einem Gespräch mit al-Abadi keine Einschränkung der Unterstützung mit Waffen und Soldaten angekündigt, sondern habe seinem künftigen Amtskollegen versichert, die Hilfen zu vergrößern. "In meinem Telefonat mit Trump hat er mir versichert, dass die Unterstützung der USA nicht bloß verlängert, sondern auch vergrößert werde", sagte al-Abadi in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP.

Donald Trump hatte im Wahlkampf mehrfach betont, dass er die militärische Außenpolitik der USA streng passiv auslegen wolle. Vor allem Auslandseinsätze wie im Irak oder Afghanistan, bei denen viele US-Soldaten ums Leben gekommen sind, sollten streng überprüft werden. Im Fall des Iraks hatte er mehrfach angekündigt, alle Truppen deutlich schneller als seine demokratische Mitbewerberin Hillary Clinton abziehen zu wollen.

Trump als "Pragmatiker" eingeschätzt

Auch über die Kosten des US-Einsatzes im Irak hatte Trump kontroverse Forderungen aufgestellt. So hatte er noch im September gefordert, einen Teil des im Irak lagernden Öls als Ausgleich für die durch die Irak-Einsätze entstandenen Kosten abzuschöpfen. Al-Abadi ist offensichtlich in dieser Angelegenheit entspannt. In dem Interview nannte er Trump einen "Pragmatiker", der die Situation überdenken werde, wenn er erst einmal im Amt sei. Und er stellte klar: "Das irakische Volk wird keinem Land erlauben, sich an seinen Ressourcen zu bedienen."

Bezüglich des Kampfes gegen die Terrormiliz Islamischer Staat sagte Al-Abadi, er sei überrascht, wie schnell die irakischen Truppen nach Mossul vorgedrungen seien. "Wir haben gesehen, wie die ganze Organisation angesichts unserer Streitmacht kollabiert." Mossul sei komplett eingeschlossen und die Verluste des IS seien nachhaltig. Er verriet allerdings nicht, wie viele irakische Soldaten in der bereits sechs Wochen andauernden Offensive ums Leben gekommen sind. Gestern hatte die irakische Armee berichtet, seit dem Beginn des Angriffs auf Mossul seien auf Seite des IS rund 1000 Kämpfer getötet worden.

Quelle: n-tv.de, bdk

Mehr zum Thema