Politik

"Die Medien kapieren das nicht" Trump lobt Merkel und die EU

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Donald Trump will von der Kanzlerin am Telefon erfahren haben, dass sie ihn auch mag.

(Foto: REUTERS)

Entgegen aller öffentlichen Kritik am unterkühlten ersten Treffen mit Angela Merkel beteuert US-Präsident Donald Trump weiter ihre beiderseitige Sympathie. Die Kanzlerin habe ihm das am Telefon bestätigt, behauptet er - und sich dann über die Medien beklagt.

US-Präsident Donald Trump hat erneut den kritischen Medienberichten über seine erste Begegnung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel widersprochen. Es sei ein "großartiges Treffen" gewesen, erklärte der Republikaner in der Zeitung "Financial Times". "Ich mochte sie sehr gern. Und sie hat mir das Gleiche gesagt." Erst vor zwei Tagen habe er erneut mit Merkel gesprochen, fuhr Trump fort. "Sie hat zu mir das Gleiche gesagt: Wir hatten ein großartiges Treffen und die Medien kapieren das nicht."

Merkels Besuch in Washington war in unterkühlter Atmosphäre verlaufen. Für Wirbel hatte eine Szene im Oval Office gesorgt, als der Präsident auf die Bitte von Fotografen und auch der Kanzlerin selbst, sich für ein Bild die Hände zu geben, nicht reagierte. Der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, hatte daraufhin erklärt, Trump habe wohl die Frage nicht gehört. Als eher ungewöhnliche Geste wurde danach gewertet, dass der 70-Jährige die Kanzlerin nach der Landtagswahl im Saarland zum guten Abschneiden der Union beglückwünschte.

Doch nicht nur über Merkel, auch über die Europäische Union äußerte sich Trump unerwartet wohlwollend. Nach dem Brexit-Votum mache die EU eine "sehr gute Arbeit", um die Mitgliedstaaten "wieder zusammenzuführen", lobte der Präsident. Nach der Entscheidung der Briten für einen EU-Austritt habe er zunächst gedacht, dass weitere Länder folgen würden, "aber ich glaube wirklich, dass die Europäische Union die Kurve kriegt".

Trump: Brexit ist großartige Sache

In der EU herrsche nun "ein anderer Geist des Zusammenhalts". Er rechne damit, dass die Brexit-Verhandlungen für beide Seiten gut ausgehen würden, sagte Trump der "Financial Times". Die neuen Äußerungen des US-Präsidenten stehen im Widerspruch zu einem Interview, das er vor seiner Amtseinführung im Januar den Zeitungen "Bild" und "The Times" gegeben hatte. Darin hatte er den Brexit als "großartige Sache" bezeichnet und erklärt, er rechne damit, dass weitere EU-Staaten dem Vorbild Großbritanniens folgen würden.

Neun Monate nach dem Brexit-Referendum hatte die britische Regierung am Mittwoch offiziell den Antrag auf Austritt aus der EU gestellt. Damit beginnt ein zweijähriger Verhandlungsprozess über die Entflechtung der Beziehungen zwischen London und der EU.

Quelle: ntv.de, jug/AFP

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